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#26 Am 20.03.2022 um 19.54 Uhr

Absynthgarde
MitsukiMizu
Recrute
MitsukiMizu
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In SAO | auf dem Marktplatz in Holodar |  allein


Meine Erinnerungen ließen mich in Stich, als ich in die grelle Sonne blinzelte und kurz meine Augen mit der Hand schützte. War ich eingeschlafen? Träumte ich? Wenn ja, dann war das hier wirklich ein sehr irrer Traum. Ein irrer und sich sehr real anfühlender Traum.
Aber eine andere Erklärung konnte es für das, was ich hier gerade erblickte, gar nicht geben.
Zunächst glitt mein Blick über die Umgebung, die mir so vertraut war, wie mein eigenes zu Hause. Wie oft war ich schon durch die Gassen von Holodar gestreift? Wie oft hatte ich mich auf diesem Marktplatz eingefunden, um bestimmte Waren zu ergattern, wenn der Markt wieder in der Stadt war? Vor allem zu Beginn meiner Reise in SAO?
Die Gravierungen des Brunnens waren mir genauso vertraut, wie das Muster der Steine auf denen ich gerade stand. Die unterschiedliche Farben der umliegenden Häuser, genauso wie die auf gehangenen Fähnchen, die sich je nach Saison in Größe und Muster änderten.
Erst als ich mit einer Mischung aus Staunen und Verwunderung meine Umgebung begutachtet hatte, sah ich an mir hinab. Wahrhaftig. Ich befand mich in dem Körper meines Avatars Noboru.
Ich erkannte mein Kimono-artiges Outfit, das in der Hüfte streng durch einen Gürtel zusammengehalten wurde, sofort. Ich streifte ein wenig den Stoff zur Seite und konnte meine Kurzklingen in der Sonne aufblitzen sehen. Diese waren mit einer Halterung an meine Oberschenkel befestigt, die bis hinab zu meine Füße in schwarze Bandagen gewickelt waren. Meine schwarzen Lederschuhe bildeten den Schluss. Ich atmete einmal tief durch, begutachtete nun meine Arme. Ebenfalls so, wie ich es gewohnt war. Während die Kimone-Robe sich bei der Hebung meiner Arme leicht zurückschob, konnte ich auch hier die schwarzen Bandagen bis zu meinen Handgelenken erkennen. An meinen Händen trug ich Handschuhe, die teilweise meine Finger bedeckten, teilweise frei hielten. Dort konnte ich deutlich meine leicht schärfer zulaufenden Fingernägel sehen.
Ich schluckte, während ich nun mehr und mehr meinen Körper wahrnahm, und dabei die Augen schloss. Meine Hände glitten zu meinem Kopf. Meine -so wusste ich- weißen Haare fühlten sich so weich wie Fell an. Ich zuckte kurz zurück, als ich meine Ohren ertastete, die sich bei diesem Gedanken leicht beschämend zur Seite legten. Meine Stirn legte sich in Falten, während meine Hände weiter wanderten. Dort, wo man sicher die Haut des Gesichtes vermuten würde, ertastete ich ein kaltes, leicht raues Material. Meine schwarze Kitsune-Maske.
Ich runzelte kurz die Stirn, während ich die Augen wieder öffnete und meinen Blick leicht nach hinten wandte. Wie ich es befürchtet hatte.
Beinahe schon nervös peitschte mein weißer Fuchsschwanz den leichten Staub vom Boden auf.
Das musste ein Traum sein. Alles andere wäre absurd.
Beinahe aus einer Art Trance erwachend, bemerkte ich erst jetzt, dass ich nicht alleine auf dem Marktplatz war. Es war beinahe so, als würde sich ganz SAO gerade hier eingefunden haben. Manche Avatare erkannte ich, da ich diese schon öfter auf Reisen getroffen und ab und zu auch Dungeons absolviert hatte. Wiederrum andere waren mir gänzlich unbekannt.
Ich konnte mich nicht lange über meinen aktuellen Zustand wundern, als sich dunkle Wolken vor die Sonne schoben und den Himmel in ein tiefes Schwarz färbten. Mein Blick hob sich, beobachtete das Wolkenspiel einen Moment, sah, wie die Blitze aus diese zuckten, jedoch kein Licht zu spenden schien und spürte, wie sich ein Schleier des Todes um mich legte. Erneut legte sich meine Stirn in Falten lag, als die dichte Decke von einer Sense durchtrennt wurde und eine Art Sensenmann erschien.
„Denn wie ihr sicher bereits mitbekommen habt, befindet ihr euch direkt in der Welt von SAO und das sowohl körperlich als auch geistig“, sprach die mysteriöse Gestalt.
Wow. Ich musste meiner Fantasie wirklich lassen, dass sie wahnsinnig kreativ war. Nicht nur, dass ich gerade träumte, dass ich Noboru wäre. Nein, ich träumte auch noch, dass ich aus meiner Welt in die Welt von SAO gezogen worden war und ich mich nun aus dem Spiel befreien musste.
Vielleicht sollte da mal jemand ein Buch drüber schreiben. Wäre sicher bei den SAO-Spielern beliebt.
Während ich so darüber nach sinnte, ob ich mich zuvor ins Bett gelegt hatte oder wirklich an dem Schreibtisch in meinem Zimmer eingeschlafen war, verschwand die Kapuzengestalt und seinersatt erschien ein… nun ja… putziges Etwas.
Dieses stellte sich als Succuro vor und gab uns noch ein paar Anweisungen, um für die Welt in Akaneiya gewappnet zu sein.
Sorgfältig hörte ich dem Wesen zu und überprüfte auch sofort, ob das, was er mir hier gerade mitteilte, wirklich stimmte.
Immer weiter von meiner Fantasie beeindruckt, durchforstete ich die von mir erdachten Menüs. In meinem Avatar-Menü konnte ich sehen, auf welche Magie ich mich spezialisiert hatte. Feuer-, Heil- und Illusionsmagie. Auf meiner Tastatur hätte ich sofort gewusst, welche Knöpfe ich hätte drücken müssen, um die verschiedenen Zauber wirken zu können, jedoch war es mir ein Rätsel, wie ich das ganz ohne diese bewerkstelligen sollte.
Ich musterte meine Hände. In der Regel formte ich mit diesen gewisse Zeichen, die mit den Zaubern verbunden waren. Konnte ich mich an diese erinnern? Spontan fiel mir nur ein Zauber ein, den ich sehr oft in der Nacht oder in dunklen Gegenden benutze.
Unbeholfen versuchte ich meine Hände in die Positionen zu bringen, die ich benötigte und murmelte auch kurz noch das Wort für Licht, bevor in meiner Handfläche zu meinem Erstaunen tatsächlich eine kleine Flamme auftauchte. Diese, so wusste ich, konnte ich über meinen Kopf schweben lassen, um mir Licht zu geben. Sie war nicht wirklich heiß, sodass sie definitiv nicht für einen Angriff geeignet war.
Ich schloss meine Hand und die Flamme verschwand.
Die anderen Avatare schienen zunächst genauso verwirrt zu sein, wie ich es war. Aber so langsam gefiel mir dieser Traum. Ich war gespannt, wie lange ich in diesem verweilen durfte, bis mich die harte Realität wieder in meinen Alltag zog.


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#27 Am 21.03.2022 um 18.21 Uhr

Lichtgarde
Jassimini
Emerald-Mod
Jassimini
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Nachrichten: 308

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auf einer Wiese irgendwo in Akaneiya (allein) → auf dem Rathausplatz („allein“ → mit Shadow)


Nach mehrfachem Blinzeln schlug Yoichi die Augen auf und war verwundert darüber, den Himmel zu sehen. Sein Bett stand doch gar nicht in Fensternähe, und selbst wenn, wäre der Winkel falsch. War das also ein Traum?
Er richtete sich auf, um die Umgebung zu betrachten, und stellte fest, dass er auch gar nicht in einem Bett, sondern auf einer Wiese lag - definitiv ein Traum. Nun sah er sich genauer um und hatte ein seltsames Gefühl von Déjà-vu. Das kam ihm alles sehr bekannt vor. Dieses saftig grüne Gras, diese atemberaubende Landschaft, irgendwo hatte er das schon einmal gesehen. Einen Moment lang dachte er darüber nach und war sich anschließend sicher: „Ich hab’s! Ich bin in SAO!“
Nach dieser Erkenntnis sprang Yoichis Verblüffung sofort in Abenteuerlust um und er machte sich daran, Akaneiya zu erkunden. Dabei versuchte er seine letzten Schritte nachzuvollziehen, die ihn hierhergebracht hatten. Er hatte vor seinem PC gesessen und das Spiel gestartet, aber dann gab es nur einen weißen Lichtblitz. Entweder war er umgekippt, eingeschlafen und träumte oder aber das neue Update bot ein erschreckend gutes VR-Erlebnis – und das ganz ohne Brille! Er war sich zwar nicht sicher, welche dieser zwei Theorien wahrscheinlicher war, aber das spielte auch keine große Rolle. Die Vorstellung, sein geliebtes SAO hautnah erleben zu können, reizte ihn, hatte er doch mit seinen Freunden schon öfter davon fantasiert. Und selbst wenn es am Ende tatsächlich nur ein Traum, eine einmalige Erfahrung sein sollte, wäre es immerhin etwas, wovon er ihnen erzählen konnte. „Meine Freunde …“, dachte er, während er weiter geradeaus lief und dabei die sattgrünen Wiesenflächen um ihn herum betrachtete. Der lauwarme Wind umspielte seine Silhouette und trug ihm einen angenehmen Rosenduft entgegen. Yoichi erinnerte sich daran zurück, wie es war, als er das letzte Mal einen luziden Traum hatte. Wie war das noch gleich? Genau, um sie steuern zu können, musste er seine Augen schließen und sich vorstellen, was als Nächstes passieren sollte. Warum sollte er es nicht ausprobieren? So ließe sich auch am ehesten feststellen, welche seiner beiden Theorien stimmte. Mit einem Funken Hoffnung, gleich die vertrauten Gesichter seiner Freunde sehen zu können, schloss er seine Augen und fantasierte davon, wie er diese Welt am liebsten erforschen würde. Wie er mit seinen Freunden durch die Welt streifen, lachen und gegen alle möglichen Mobs und Bossgegner kämpfen würde.
Bei dieser Vorstellung breitete sich ein wohlig warmes Gefühl in seinem Körper aus. Er spürte, wie es sich von seinem Herzen aus mit jedem Schlag mehr und mehr in ihm verteilte, bis in seine Zehenspitzen. „Vielleicht wäre es doch nicht so schlimm, wenn es ein Traum ist“, dachte er und öffnete langsam seine Augen.

Die Szenerie vor ihm hatte sich tatsächlich verändert, doch anstatt seiner Freunde erblickte er eine riesige Menschenmenge, verteilt auf einem noch größeren Platz, der ihm sehr vertraut war - es war der Rathausplatz, den er schon unzählige Male überquert hatte. Trotz dieser vertrauten Umgebung beschlich ihn eine ungute Vorahnung und das warme Gefühl, das er eben noch gespürt hatte, wich einem eiskalten Schauer, der über seinen Rücken lief. Synchron dazu verfinsterte sich mit einem Mal der Himmel und davor erschien eine unheilvolle Gestalt. Er hatte mit seiner Vorahnung recht gehabt, denn ob es nun ein Traum war oder nicht, das würde gewiss nichts Gutes bedeuten. Wäre er nicht so vor Angst und Kälte gelähmt, wäre er sofort davongerannt. So blieb Yoichi nichts anderes übrig, als erst einmal zuzuhören.
Als die Gestalt etwas über „Körper“ und „Charaktere“ sagte, blickte Yoichi an sich herab und musste feststellen, dass er tatsächlich Moonlights Rüstung und sogar sein Schwert auf seinem Rücken trug. Wie war ihm das nicht schon vorher aufgefallen? Er musste doch auf dem Schwert gelegen haben, als er hier angekommen ist. Und er war sogar damit und in seiner Rüstung aufgestanden! Er dachte das an diesem Tag zwar schon zum dutzenden Mal, aber er war heute wohl wirklich nicht ganz auf der Höhe … Doch das war nicht das einzige, das ihm zu schaffen machte. Dies war also kein Traum, zumindest sehr wahrscheinlich nicht. Und nicht nur das, er war hier gefangen!
Doch dann dämmerte es ihm: Wenn seine Freunde sich heute auch eingeloggt haben sollten, sollten sie sich auch auf diesem Platz befinden. Er drehte sich aufgeregt um, aber in dieser Menschenmenge wäre es quasi unmöglich, sie zu finden. Wie sollte er das nur anstellen?
Wie aufs Stichwort tauchte anstelle der furchteinflößenden Kreatur nun ein kleines Wesen namens Succuro auf. Sein Herz machte einen Hüpfer, als er die für ihn relevanten Erklärungen hörte. Sofort drückte er auf seine Brust, um das entsprechende Menü zu öffnen, mit dem er seine Freunde kontaktieren konnte, und war schnell bei den drei wohlbekannten Namen angekommen, nach denen er gesucht hatte. Sein Herz schlug nun so rasant, dass ihm ganz schwindlig wurde. Endlich würde er seine geliebten Freunde wiedersehen! Und wer weiß, wenn sie diesen Ort nicht mehr verlassen konnten, würden sie vielleicht ihr ganzes Leben hier zusammen verbringen, gefangen in ihrem Lieblingsspiel?! Das wäre definitiv nicht die schlimmste Zukunftsaussicht.
Einen kurzen Moment lang war er voller Euphorie, bis er jedoch eine Anzeige bemerkte, die sich neben den Namen seiner Freunde befand: „Offline.“ Es war nur dieses eine Wort, doch es fühlte sich an, als würde ein Dolch in seiner Brust stecken. Moonlight schob seine Befürchtungen beiseite, es musste sich ganz offensichtlich um einen Anzeigefehler handeln! Seine Freunde würden doch niemals den Release dieses Updates verpassen. Nein, das war ganz bestimmt ein Fehler. Nachdem er sich selbst davon überzeugt hatte, versuchte er, Jun – oder eher Starlight – eine Nachricht zu schicken, doch das Chatfenster ließ sich einfach nicht öffnen. „Das ist ein Bug, das muss einfach ein Bug sein. Oder genau, sie sind einfach etwas spät dran. Sie kommen bestimmt noch!“, stotterte er vor sich hin. Ein furchtbares Gefühl durchfuhr ihn und er hatte das Gefühl, der Boden unter ihm würde einbrechen. Doch bevor er imaginär ins Bodenlose stürzen könnte, hatte er einen Geistesblitz. Mit schweißnassen Händen blies er in die Flöte, die er nach kurzem Suchen im Inventar gefunden hatte. Erneut tauchte vor ihm jenes freundliche Wesen auf, dessen Worte ihm vorhin einen solchen Hoffnungsschimmer am Horizont hatten sehen lassen.

„Hallo Moonlight. Wie kann ich dir weiterhelfen?“
„Hallo Succuro…-san? Können Sie mir sagen, ob es einen Bug bei den Profilen meiner Freunde gibt? Sie werden mir alle als offline angezeigt“, erwiderte Moonlight mit leicht zittriger Stimme, aus Angst vor der Antwort.
„Vielen Dank, mein junger Freund, aber du brauchst mich nicht mit „-san“ ansprechen. Ich bin einfach nur Succuro und duz mich ruhig. Also wegen deinen Freunden kann ich so direkt nichts sagen. Wie lauten denn ihre Namen? Denn laut System sind einige Spieler nicht online gekommen oder deren Avatare befinden sich im Löschvorgang.“
„Sie heißen Starlight, Sunlight und Daylight“, entgegnete er wie aus der Pistole geschossen. Diese Reihe an Namen nach langer Zeit wieder einmal auszusprechen, erinnerte ihn daran, wie bescheuert sie eigentlich war. Aber solange sie sie als Gruppe kennzeichnete, war ihnen das egal. Außerdem hatte Jun immer betont, wie wichtig es sei, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.
Das fluffige Wesen zog ein Buch aus seiner Tasche hervor und blätterte darin. „Es tut mir leid, dir mitzuteilen, dass sich Sunlight und Daylight bereits im Löschvorgang befinden. Der Vorgang dauert immer ca. 4 Wochen und sobald die Löschung vollständig ist, werden diese Avatare auch aus deiner Freundesliste verschwinden. Zu dem Avatar Starlight kann ich leider nichts sagen. Dieser User hat sich bis jetzt nicht eingeloggt und befindet sich deshalb nicht im Spiel.“
„Löschvorgang?! Das kann doch nicht sein … Sie … haben sich gelöscht?! … Was ist mit Starlight? Sie – Du sagtest, er sei nicht im Spiel. Ist es … ist es vielleicht möglich, dass er später noch dazukommt?“
„Aber so ist es. In meinem Buch steht, dass die beiden sich gelöscht haben. Und wie schon gesagt, zu Starlight kann ich dir keine Auskunft geben. Er hat sich nicht eingeloggt und ist somit nicht im Spiel. Sollte er sich aber noch einloggen, so wird auch er hier erscheinen und dann wirst du es in deiner Liste auch sehen. Mehr kann ich dir wirklich nicht sagen.“
„Ich verstehe … Danke, Succuro“, antwortete er ihm ruhig.
Das Wesen lachte und hob seine kleine Hand zum Abschied: „Okay, bis dann!“

Den Blick auf einen imaginären Punkt gerichtet, ging Moonlight mit einem Lächeln auf den Lippen ein paar Schritte vorwärts, bevor seine Knie schließlich nachgaben und er gegen irgendetwas prallte. Von Weitem vernahm er ein verzweifeltes Schreien, konnte aber nicht sagen, woher es kam. Er spürte einzig seine brennenden, feuchten Augen und den kratzenden, pochenden Schmerz in seinem Hals.
Nie zuvor im Leben hatte er sich einsamer gefühlt. Egal, wie schlecht es ihm ging, er wusste, dass es Leute gab, die ihn liebten und die an ihn dachten. Doch hier und jetzt, in dieser fremden Welt voller fremder Wesen, da traf ihn die Realität mit aller Wucht mitten ins Herz, sodass er gar nicht anders konnte, als zu verzweifeln. Seine geliebten Freunde, diese Menschen, die ihm mehr bedeuteten als alles andere auf der Welt, hatten ihn verlassen. Alles hatte sich irgendwie erklären lassen, die ausbleibenden Nachrichten, die fehlenden Antworten, aber mit dem Abmelden bei diesem Spiel hatten sie ganz endgültig ihre Freundschaft beendet, ohne dass er auch nur das geringste Mitspracherecht gehabt hätte.
Es war vorbei. Das, was ihm seinen Lebenssinn gegeben, was ihn angetrieben hatte, jede Strapaze durchzustehen, was ihn sogar den Umzug hatte verkraften lassen – all das war nun fort. Die Heftigkeit dieser Tatsache erschütterte ihn bis ins Mark und er spürte förmlich, wie sein Herz in tausend Teile gerissen wurde. Auch das Atmen fiel ihm mit jedem Schluchzer zunehmend schwerer, er konnte seinen Körper einfach nicht mehr kontrollieren.

Plötzlich wurde sein Kopf gehoben, wodurch er kurz aus seiner Gedankenwelt gerissen wurde und dem besorgten Blick eines Fremden ausgesetzt war.
„Bitte sieh mich an. Alles ist gut. Ich hab dich. Also bitte beruhige dich. Ich lasse dich nicht los. Du wirst nicht zu Boden fallen. Also keine Angst. Ich bin hier“, sagte er. Trotz oder gerade wegen seiner Worte spürte Moonlight noch mehr Tränen aufsteigen. Er versuchte der Bitte, sich zu beruhigen, nachzukommen. Er wusste, dass er recht hatte, dass er sich beruhigen musste, und dennoch gelang es ihm einfach nicht, die Tränen versiegen oder die Schluchzer verklingen zu lassen. Auch seine Atmung wollte sich nicht normalisieren, sondern wurde immer schneller, wie in einem Wettrennen gegen seinen Herzschlag.

„Welchen Sinn hat es noch, zu kämpfen? Welchen Sinn hat es noch, durchzuhalten?“
Während sein zerfetztes Herz krampfhaft versuchte, Antworten auf diese Fragen zu finden, übermannte ihn schließlich das Schwindelgefühl und ließ seine schweren Augenlider schlagartig zufallen.


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#28 Am 21.03.2022 um 18.46 Uhr

Lichtgarde
Yuzana
Kitsune-Mod
Yuzana
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irgendwo auf Akaneiya → mit Milk | Holodar auf dem großen Platz vor dem Rathaus → Milk, Moonlight und die Menge | im Wirtshaus ‚Zur rostigen Axt‘ → Moonlight und Milk


Nach einer ganzen Weile kam ich langsam wieder zu mir. Gerade als ich langsam meine Augen aufschlagen wollte, spürte ich, wie ein großer nasser Lappen über mein Gesicht strich. Ruckartig setzte ich mich auf und da in die großen blauen Augen von einem weißen Tiger. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass es nicht irgendein weißer Tiger war. Es war Milk, der mich fröhlich ansprang und mir erneut über das Gesicht leckte. „Hey ganz ruhig Großer. Ich freu mich ja auch, dich zu sehen.“ Bei meinen Worten stockte ich. Moment, was hab ich gerade gesagt? Ich habe Milk doch noch nie direkt gesehen oder seine Katzenzunge richtig spüren können. Außerdem warum Milk? Sofort begann ich mich umzusehen und realisierte, dass ich nicht mehr in meiner Wohnung war. Genau betrachtete ich meine Umgebung und je mehr ich sah, umso bekannter wurde sie mir. Ich befand mich in SAO, was eigentlich nicht sein konnte. Doch noch unmöglicher und unglaublicher wurde es, als ich meinen Körper ansah. Das war eindeutig nicht mein Körper. Dieser Körper gehörte eindeutig meinem Shadow. Wie war das nur möglich?

Lange hatte ich keine Zeit mir diese Frage zu stellen oder meinen neuen Körper genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn gerade, als meine Hand durch Milks weiches Fell glitt, verschwand die Umgebung und binnen von Sekunden fand ich mich in Holodar auf dem großen Platz vor dem Rathaus wieder. Doch nicht nur ich war hier. Nach und nach tauchten immer mehr Spieler auf und sahen alle sprachlos und verwirrt aus. Ich selbst verstand auch nicht, was gerade geschah, doch noch merkwürdiger wurde es, als sich der Himmel verdunkelte und dieses Wesen am Himmel auftauchte. Mit großen Augen betrachtete ich das Wesen, was mehr als gefährlich aber dennoch sehr imposant aussah. Doch seine Worte hinterließen dann doch einen bitteren Beigeschmack. Selbst die Worte des Fellknäuels Succuro brachte keine Besserung. Ich konnte es immer noch nicht glauben. Ich war ein Teil von SAO geworden und durfte mich jetzt durch die Welt kämpfen. Das ich nun aufpassen musste, damit ich auch nicht mein Leben verlor, gefiel mir zwar nicht so aber das würden Milk und ich schon schaffen. Außerdem war es vielleicht auch gar nicht so schlecht für immer hier zu bleiben.

So wartete ich, bis sich die ganze Menge beruhigt hatte und sich langsam in Bewegung machte. Ich hingegen streichelte Milk durchs Fell und überlegte, wo ich als Erstes hingehen sollte. Denn auf ein Gruppenmitglied, außer Milk, hatte ich halt nicht so viel Lust. Das hieß, ich musste viel Gold ausgeben und mir jede Menge Heiltränke kaufen. Ein leises Seufzen entwich meinen Lippen. Na das konnte noch was werden.

Während ich in Gedanken war und jeden Schritt plante und überlegte, welche Dinge ich jetzt ganz dringend brauchte, lichtete sich die Menge immer mehr. Irgendwann war nur noch eine Handvoll Spieler auf dem Rathausplatz. Kurz sah ich mich um und beobachtete die restlichen Spieler. Zu meiner Überraschung reagierte wirklich jeder anders. Mir war es egal, dass ich hier für immer eingesperrt war oder dass ich hier mein Leben verlieren könnte. Immerhin hatte ich das Wichtigste in meinem Leben verloren. Auch wenn Akira mich nie mit solchen Augen gesehen und so gefühlt hatte, wie ich für ihm empfand, so war er trotzdem alles für mich. Nur wegen Akira hatte ich mein Leben geändert, bin Lehrer geworden und habe mit SAO angefangen. Ich hatte jede Minute mit Akira genossen. Ich liebte sein Lächeln und seine Art, wie er immer wieder positiv dachte, egal wie schlimm eine Situation war. Einzig Milk und die Erinnerungen an ihn waren mir jetzt nur noch geblieben und diese Erinnerungen schmerzten immer wieder, wenn ich an Akiras Tod dachte. So störte es mich auch nicht, wenn ich in seinem Lieblingsspiel sterben würde. So waren wir wenigstens durch das Spiel vereint.

Während ich zu den Leuten sah, hockte ich mich neben Milk und begann ihn sanft über Kopf und den Rücken zu streicheln. Anschließend erhob ich mich wieder und lies meine Augen weiterhin über den Rathausplatz schweiften. Bis meine Augen auf einen Jungen hängen blieben. Dieser schien mehr als traumatisiert zu sein und es schien ihn sehr getroffen zu haben, dass wir hier gefangen waren und auch unser Leben verlieren könnten. Denn binnen von Sekunden wurde er noch blasser und taumelte in meine Richtung. Gerade als ich mich fragte wo er in diesem Zustand hinwollte, prallte er plötzlich gegen mich und fiel Richtung Boden. Reflexartig fing ich den Jungen auf und hielt ihn davon ab, zu Boden zu fallen. Während ich den Jungen in meinen Armen hielt und ihn fragend betrachtete, bemerkte ich, die vielen Tränen. Der Junge schien am Boden zerstört zu sein und hatte einen totalen Heulkrampf. Intuitiv versuchte ich den Jungen zu beruhigen indem ich ruhig auf ihn einredete. „Hey Junge, ganz ruhig. Bitte beruhige dich. Ich weiß, dass das alles ein bisschen sehr viel ist aber bitte beruhige dich.“ Leider schien es nicht zu klappen, da der Junge nicht auf mich oder meine Worte reagierte. Es war so, als hätte er nicht einmal mitbekommen, dass er gegen mich geprallt und von mir festgehalten wurde. Aus diesem Grund legte ich meine Finger sanft unter sein Kinn und hob es an. Ich wollte dass er mich ansieht. Mir in meine Augen sah. Mich wahrnahm. Vielleicht reagierte er ja dann und bemerkte in wessen Armen er gerade lag. „Bitte sieh mich an. Alles ist gut. Ich hab dich. Also bitte beruhige dich. Ich lasse dich nicht los. Du wirst nicht zu Boden fallen. Also keine Angst. Ich bin hier.“ Versuchte ich es erneut. Vielleicht würde er sich ja jetzt etwas beruhigen und mit mir reden. Leider schien es wieder nicht zu klappen. Der Junge sah mich zwar an und schien mich auch realisiert zu haben, jedoch wurde seine Atmung immer schneller und binnen von Sekunden kollabierte er mir und schloss seine Augen. In diesen Moment realisierte ich, dass er gerade das Bewusstsein verloren hatte. „Hey Junge, was ist los mit dir? Los komm wieder zu dir. Bitte mach die Augen wieder auf.“ bat ich ihn. Denn gerade wusste ich nicht was ich machen sollte. Bis jetzt war noch niemand in meinen Armen in Ohnmacht gefallen. Was wohl auch gerade kein gutes Zeichen war, dass dieser Jungen in meinen Armen in Ohnmacht gefallen war. Trotzdem versuchte ich ihn wieder wach zu bekommen, was leider mal so überhaupt nicht klappte. Dadurch dass er nun nicht mehr bei Bewusstsein war, drohte der Junge erst recht zu Boden zu fallen, wenn ich ihn nicht weiterhin festhalten würde. Da ich das aber auch nicht wollte, das er zu Boden fiel und ich hier auch nicht Wurzeln schlagen wollte, bis der Junge wieder zu sich kam, entschied ich mich ihn erst einmal zum Wirtshaus ‚Zur rostigen Axt‘ zu bringen. Ich wusste das Venca einige Zimmer vermietete. Auch wenn diese eher sehr klein sind und nur ein Bett hatten. Doch für diesen Moment würde das vollkommen ausreichen. Immerhin brauchte ich ein Bett für den Jungen und ich wollte ja auch nicht schlafen. Somit nahm ich den Jungen nun auf meine Arme und trug in im Brautstyle zu Venca.

Anschließend machte ich mich mit Milk an meiner Seite und den Jungen auf meinen Armen auf den Weg zu Venca. Bei Venca angekommen, hatte Sie zum Glück genau noch ein Zimmer frei, welches sie mir geben konnte. Die anderen 4 Zimmer hatte sie Dante, Dorcas, Deidre und sich selbst gegeben. Etwas erleichtert, nahm ich den Zimmerschlüssel entgegen und trug den Jungen aufs Zimmer. Dort angekommen, legte ich ihn vorsichtig auf das Bett ab und betrachtete ihn etwas. Anschließend seufzte ich kurz und sah zu Milk, der neben mir saß. „Milk, pass bitte auf den Jungen auf. Ich bin gleich zurück.“ bat ich meinen Begleiter und ging nach unten. Dort bat ich Venca um eine kleine Schüssel und füllte diese mit kaltem Wasser. Anschließend ging ich wieder zurück. Im Zimmer angekommen, stellte ich die Schüssel neben das Bett ab und streichelte Milk noch einmal sanft. Es war schon erstaunlich, wie real er war und wie sehr er sich wie ein richtiges Haustier benahm. Mit einem sanften Lächeln, lobte ich den zu groß geratenen Schmusekater, dass er das gut gemacht hatte und setzte mich zu den Jungen. Sofort schnappte ich mir ein Tuch, welches ich in die Schüssel packte und anschließend vorsichtig das verschwitze Gesicht des Jungen abwusch. Bevor er in Ohnmacht gefallen war, hatte er so schmerzvoll und ängstlich geschaut. Jetzt lag er einfach nur seelenruhig da und machte ein eher sanftes Gesicht.
Nachdem ich mich eine Weile um den Jungen gekümmert hatte und ihm seine Schweißperlen von dem Gesicht gewaschen hatte, gab ich Milk wieder den Auftrag auf den Jungen aufzupassen. Dafür setzte sich Milk neben das Fußende des Bettes und sah die ganze Zeit den Jungen an. Ich hingegen setzte mich ins Fensterbrett, sah dabei nach draußen und wartete darauf, dass der Junge wieder zu sich kam. Dabei musste ich wieder an Akira denken. Sofort öffnete ich meine Freundschaftsliste, welche nicht gerade groß war. Bis auf einen Namen der auf der Liste stand, hatte ich keine weiteren Freunde hier auf SAO. Leider war dieser Name komplett grau und hinter den Namen Light stand in Klammern offline. Ich wusste zwar, dass dieser Name nie wieder weiß aufleuchten würde, jedoch schmerzten mich dieser Gedanke und dieses Wissen einfach nur unglaublich. Ich wollte das Akira alias Light wieder an meiner Seite war. Denn hier in diesem Spiel hatte Akira mir ganz alleine gehört. Da gab es seine Verlobte nicht und er dachte nur an mich. Leider wusste ich, dass es nie wieder so sein würde. Akira hatte mich vor zwei Monaten verlassen und das für immer. Jetzt war ich sowohl im realen Leben als auch hier in SAO alleine. Mit schmerzvollen und traurigen Blick sah ich gedankenverloren auf den Namen und strich mit dem Finger sanft über diesen. Dabei spürte ich, wie meine Fingerspitzen das kalte Glas der Fensterscheibe streiften, da mein Freundesmenü direkt vor dem Fenster zu sehen war.






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Holodar auf dem großen Platz vor dem Rathaus → mit den anderen Spielern / mit Succuro | auf der Wiese vor Holodar → alleine


Als ich wieder zu mir kam, musste ich dreimal blinzeln, um wirklich zu realisieren, dass ich mich nicht mehr in meinem Zimmer war. Stattdessen stand ich vor irgendeinem großen Gebäude. Fragend sah ich mich um, da ich keine Ahnung hatte, wo ich hier war und wie ich wieder zurück nach Hause kam. Während ich mich umsah, hörte ich aus der Ferne, wie einige Vögel sangen. Sofort spürte ich, wie sich meine Ohren bewegten und den leisen Gesang wahrnahmen. Seit wann konnte ich so gut hören? Doch das war nicht alles, irgendwie fühlten sich meine Ohren so anders an. Seit wann konnte ich sie bewegen. Langsam hob ich meine Hände und strich über meine Ohren. Als ich etwas Weiches und Flauschiges zu spüren bekam, riss ich die Augen auf und suchte etwas, wo ich mich spiegeln konnte. Nachdem ich eine Fensterscheibe fand, in welcher ich mich spiegelte und mein ich sehen konnte, entwich mir ein leicht entsetzter Schrei. Denn das Wesen, was sich da spiegelte, war nicht ich. Es war mein Avatar, welchen ich vorhin erst kreiert hatte. Doch im Gegensatz zu meinem Aussehen schien sich meine Stimme zu meinem Glück nicht verändert zu haben. Doch nicht nur das hatte sich verändert. Sofort betrachtete ich meine Hände. Wie sollte ich mit diesen Fingern, an denen nun längere Krallen waren, auf meiner Gitarre spielen? Ich würde mit den Krallen entweder an den Saiten hängen bleiben oder diese irgendwann kaputt machen. Apropos Gitarre. Wo war sie? Was war hier nur passiert?

Während ich versuchte, meine Gedanken zu sammeln und mit meinem neuen Aussehen zu Recht zu kommen, tauchten auf einmal verschiedene Wesen wie aus dem Nichts vor mir, hinter mir und neben mir auf. Einige von ihnen sahen sich leicht panisch und verwundert um. Anderen stand die pure Angst ins Gesicht geschrieben. Fragend sah ich sie an. Sollte ich sie fragen, was hier los war? Immerhin schienen diese alle viel erfahrener zu sein als ich. Sicher konnten sie mir etwas dazu sagen, da sie keine Anfänger waren. Obwohl ich mir sicher war, dass sie selbst keine Ahnung hatten, wenn ich die Blicke richtig deutete.
Irgendwann tauchte plötzlich am Himmel einfach so ein schwarzes Wesen an und bei dessen Worte verschlug es mir förmlich die Sprache. Ich konnte es nicht glauben, was es sagte. Das konnte nicht wahr sein. Immerhin hatte ich noch nie so ein Spiel gespielt. Mein Leben bestand nur aus der Musik. Wie sollte ich mich denn jetzt durch so eine Welt kämpfen? Ich war, wie er sagte, ein total Unwissender und sicher würde ich hier für immer gefangen bleiben.

Leise seufzte ich und beobachtete, wie einige Spieler den Platz verließen. Ich entschied mich, ihnen zu folgen. Immerhin wusste ich nicht, wie ich aus dieser Stadt kam. Generell war diese Stadt hier so riesig, dass ich Angst hatte, mich hier zu verlaufen. Ich hatte eigentlich einen guten Orientierungssinn, aber hier kannte ich mich einfach nicht auf und da war dieser Orientierungssinn vollkommen sinnlos. Weshalb ich versuchte, einige Spieler anzusprechen. Doch diese sahen mich auf meine Frage, wie ich aus dieser Stadt kam und was ich machen konnte, nur komisch an und gingen mit den Worten „Find es doch selbst heraus du Noob“ einfach weiter. Kurz seufzte ich und dachte kurz nach. Sofort kamen mir wieder die Worte von dem Kuscheltier in den Sinn. Schnell suchte ich in den ganzen Inventaren nach dieser komischen Pfeife und rief dann das Kuscheltier zu mir. „Du hast nach mir gerufen? Was kann ich für dich tun?“ begrüßte es mich. „Ich kenne mich hier nicht aus. Kannst du mir bitte sagen, wie ich hier aus dieser Stadt rauskomme und was ich als Nächstes machen soll und kann?“ Sofort blätterte Succuro in seinem großen Buch und erklärte mir, wie ich aus Holodar kam und erklärte mir, dass es jetzt das Beste war erst einmal zu Leveln, um stärker zu werden. Dazu erklärte er mir, dass es vor Holodar einige Monster gab, die ich mit meinem Anfangslevel ganz leicht besiegen konnte. Auch erklärte er mir, dass ich für jedes besiegte Monster Erfahrungspunkte bekam, die ich für mein Level-Up benötigte. Nachdem Succuro alle meine Fragen beantwortet hatte, verschwand das Kuscheltier wieder und ließ mich allein zurück. Kurz seufzte ich und entschied mich dazu, erst einmal zu schauen, was ich in diesem Körper für Fähigkeiten hatte. Doch um dies zu erfahren, sollte ich wohl gegen eines dieser Monster kämpfen, von denen mir Succuro erzählt hatte. Weshalb ich mich dazu entschied, Holodar zu verlassen.

Es dauerte nicht lange, bis ich es geschafft hatte, die Stadt verlassen hatte. Nun stand ich auf einer großen weiten Wiese und sah mich um. Ich musste schon zugeben, dass diese Umgebung atemberaubend schön war. Die Entwickler hatten wirklich ein Händchen für Details und Schönheit. Alles hier sah so echt aus und lud förmlich dazu ein, durch die Welt zu streifen. Eine Tatsache, die in mir auch die Neugierde weckte. Ich wollte wissen, was diese Welt noch alles für unglaubliche Orte versteckte. Doch dazu musste ich stärker werden, weshalb ich nun direkt nach den Monstern Ausschau hielt. In der Nähe konnte ich dann doch einige Monster ausmachen. Sofort entschied ich mich dazu, eines dieser Monster anzugreifen. Immerhin hatte Succuro gesagt, dass diese Monster vom Level her noch nicht hoch waren und extra für den Anfang erschaffen wurden. Trotzdem hoffte ich sehr, dass ich es auch schaffte, wenigstens eins dieser Monster zu besiegen. Mit langsamen Schritten ging ich auf eines der Monster zu, welches sich in einer kleinen Gruppe auf der Wiese befand. Als ich direkt hinter eines dieser Monster war, fing ich es an, mit dem Schwert anzugreifen. Denn zu meiner Überraschung hatte ich nicht gerade viele spezielle Fähigkeiten, mit denen ich die Monster angreifen konnte. Noch dazu kam, dass es mal so überhaupt nicht leicht war mit den beiden Fähigkeiten, die ich gerade besaß, anzugreifen. Ich wusste nicht, wie man das Schwert richtig schwingen musste, um diese Angriffe auszuführen, weshalb ich das Schwert einfach nur schwang und das Monster angriff. Leider war das Monster auch nicht so leicht zu besiegen, da ich, da ich sofort von diesem angegriffen wurde. Da ich zu meinem Glück sehr sportlich war, konnte ich dem Angriff zum Glück auch ausweichen. Leider hatte mir das nicht gerade sehr viel geholfen. Denn zu meinem Pech hatte ich mir ein Monster ausgesucht, das sollte ein Monster aus der Gruppe angegriffen werden, dass automatisch die ganze Gruppe anfing, den Spieler anzugreifen. So stürmte nun eine ganze Horde auf mich zu, die mich nun angriffen. Immer wieder schaffte ich es gerade so den Angriffen auszuweichen und den Monstern einen Schlag zu verpassen. Doch dann verließ mich immer mehr die Kraft und ich wurde von einem Angriff getroffen.
Mit einem schmerzvollen Schrei flog ich unsanft durch die Luft und landete mit dem Rücken im Gras. Mit schmerzverzerrtem Blick setzte ich mich etwas auf, griff nach meinem Schwert und versuchte wieder aufzustehen. Doch leider gelang es mir nicht, da ich einfach keine Kraft mehr hatte. Dafür konnte ich sehen, wie die Horde Monster wieder auf mich zustürmten. Nun hatte ich ein Problem und ich wusste nicht, wie ich diesen Angriff überleben oder ausweichen sollte. Ich konnte zwar versuchen, sie mit meinem Schwert anzugreifen. Doch war es nicht sicher, dass ich es schaffte, die Monster niederzustrecken. Vor allem da es nicht nur eins, sondern gleich 6 Stück waren, die mich nun angriffen. Jetzt konnte mir wohl nur noch das Glück helfen oder ich würde hier mein Leben verlieren. Doch schien ich wohl kein Glück zu haben, weshalb ich die Augen schloss und mich innerlich darauf vorbereitete, dass mir die Monster meine Lebenslichter ausbliesen.


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#29 Am 27.03.2022 um 22.12 Uhr

Shadowgarde
CrazyFranky
Unicorn Sidekick
CrazyFranky
...
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Im Grünen vor der Hauptstadt ->alleine | In der Hauptstadt -> alleine | auf der Wiese vor Holdor -> mit Asennu-Ka-Ra


Kayleigh beschloss die Augen erst einmal geschlossen zu halten. Mit Schwindel hatte sie in ihrem Leben schon genug Erfahrung gemacht und jetzt direkt die Augen zu öffnen, oder aufzustehen würde ihr nicht helfen. Langsam tastete sie nach vorne, in der Hoffnung sich am Tisch abstützen zu können, doch ihre Hände tasteten ins Leere. Seltsam, dachte sie. Der Schreibtisch dürfte nicht so weit entfernt sein, außer sie war umgekippt. Das würde auch das pfiepen in ihren Ohren erklären, dass einfach immer noch nicht abklingen wollte. Ein Tinnitus wahrscheinlich. Mit dem Glauben von ihrem Stuhl gekippt zu sein ließ sie ihre Hände auf den festen... - Gras? War das Gras?! Sie hatte keinen Teppich in ihrem Zimmer und kein Teppich der Welt fühlte sich so an. Überrascht schlug sie reflexartig ihre Augen auf. Das blendende Licht, dass ihr das Gefühl gegeben hatte die Orientierung zu verlieren war verschwunden. An seiner stelle war ein warmes Sonnenlicht erschienen. Kayleigh musste nicht einmal herunter gucken um zu sehen, dass sie unter ihren Händen tatsächlich Gras fühlen konnte. Auch vor ihr war Gras, genau genommen war um sie herum sehr viel Gras. Zögerlich ließ sie ihre Hand über den Boden streichen. Ihr Verstand brauchte einen Moment um zu realisieren, was er vor sich sah. Das war nicht ihr Zimmer. Es war auch nicht die Aussicht aus ihrem Zimmer. Genau genommen war es kein Ort, den sie so schon einmal gesehen hatte. Mit einem seltsamen Gefühl erhob sie sich und blickte sich um. Plötzlich, als sie die Stadt die hinter ihr gelegen hatte sah wurde ihr allmählich bewusst wo sie sich befand. Impossible, rutschte es ihr in ihrer Geburtssprache heraus. War sie vielleicht tatsächlich Ohnmächtig geworden und hatte sich dabei den Kopf angeschlagen?

Bevor Kayleigh sich jedoch mehr Gedanken über ihren Geisteszustand machen konnte, verschwamm erneut alles vor ihren Augen. Als ihr Blick sich erneut klärte hatte sich die Szenerie ein weiteres Mal verändert. Um sie herum waren große Häuser und links und rechts von ihr tauchten immer mehr Leute auf. Große Leute. Nicht das das wirklich etwas neues war, fast jeder war größer als Kayleigh, außer Kinder. Diesmal jedoch wirkten alle um einiges größer als Kayleigh. Konnte es sein? - Nein! Das wäre verrückt. Trotzdem bahnte sie sich ein weg durch die Lücken hindurch um eine Glasscheibe zu finden. Doch. Ihre roten Haare waren weiß und zwischen ihnen stachen fledermaußartige Ohren hervor. Bat.

Die plötzlich eintretende Dunkelheit verhinderte, dass Kayleigh ihren Spielavatar noch genauer inspizieren konnte. Ein über den Himmel zuckender Blitz ließ sie irritiert ihren Blick abwenden. Plötzlich wurde ihr kalt und die am Himmel erscheinende Gestalt ließ ihr einen Schauer über den Rücken gleiten. Egal ob Gehirngespinst oder Realität, so etwas konnte kein gutes Zeichen sein. Und  damit sollte sie recht behalten. Auch hatte sie das unangenehme Gefühl, egal wie viel Fantasie sie sich einredete, so etwas konnte sie sich nicht ausdenken.
Während Bat noch versuchte die gesamten Informationen zu Verarbeiten und eine Strategie auszuarbeiten, führten ihre Füße sie auf seltsamerweise gewohnten Wegen an den Rand der Stadt.

Ein Schrei riss sie jäh aus ihren Gedanken und ihr Körper reagierte sofort. Mit einer schnellen Bewegung hatte sie ihre Hände in Abwehrhaltung gebracht. Ein alter Reflex, doch es war gar nicht sie, die angegriffen wurde. In einiger Entfernung sah sie eine Horde Monster. Ah verdammt, der ist alleine! Wider besseren Wissens nahm Bat ihre kleinen Gnomenbeine in die Hand und spurtete los zu der freien Ebene. Zu ihrer Überraschung war sie um einiges schneller vor Ort, als sie angenommen hatte. Hey, so hatte sie vielleicht tatsächlich eine Chance den armen Anfänger zu retten. Stolpernd kam sie zum Stehen.  Mehrere Meter von ihr entfernt sah sie die Monster Horde nun um einiges besser. Sie waren gerade in einen erneuten Angriff übergegangen. In der Hoffnung irgendetwas erreichen zu können griff Savage Bat an ihren Waffengürtel. Die Granate lag seltsam gut in der Hand, fast wie ein Baseball. Sie hatte die perfekte Größe. Wie für mich gemacht, dachte sie bevor sie sich für den dummen Gedanken tadelte. Natürlich, immerhin hatte sie die für sich gemacht. „Pin ziehen, anvisieren, werfen“ rief sie sich in Erinnerung und führte die Aktion durch. Sie warf die nun scharfe Granate an das hintere Ende der Horde, allerdings war die Mischung von Fähigkeiten und realen Bewegung eine noch komplett neue Aktion unter der anscheinend die Präzession litt. Der Einschlag war etwas weiter hinten als gewollt, konnte jedoch zumindest einen Teil der Horde verletzen. „Shit!“ Hastig versuchte sie ihre Gedanken nach der besten Strategie zu durchsuchen, aber es viel ihr nicht mehr viel ein, bei dem sie nicht ausversehen mehr in die Luft sprengen würde, als beabsichtigt. „Hey Neuling! Ich werf gleich eine Rauchbombe, wenn du kannst beweg dich nach hinten, egal wie. Ich brauch Abstand zwischen euch.“ Damit griff sie nach außen an ihren Gürtel und zog eine weitere spezielle Herstellung. Da ihr nicht mehr viel Zeit blieb hatte sie keine Zeit sich richtig zu konzentrieren und warf die Rauchbombe. Zischend kam sie grob zwischen dem Laguz und der Horde auf und explodierte in einen dichten dunklen Rauch. Wenn der Neuling nicht mehr laufen konnte hatte sie ein Problem aus der Nähe würde sie nichts machen können und Explosionen waren keine gerichtete Waffe. Mit Magie würde es vielleicht gehen, und an ihrem Computer hätte sie kein Problem die richtigen Tasten treffen zu können, aber das hier? Wie wirkt man den Zauber?


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#30 Am 28.03.2022 um 01.38 Uhr

Absynthgarde
Thaleia
Recrute
Thaleia
...
Nachrichten: 69

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Zuhause -> Großer Platz -> Vor der Stadt | Alleine -> mit Asennu-Ka-Ra und Savage Bat


Der Tag war schnell vergangen, doch wenn ich ehrlich war, konnte er das nicht schnell genug. Die Pausen hatte ich dazu genutzt, alle Hausaufgaben für den nächsten Tag vorzuarbeiten, damit ich nun meine gesamte Aufmerksamkeit dem neuen Update widmen konnte. Da ich kein Interesse hatte, irgendwelche Bekanntschaften in der Schule zu knüpfen, hielt mich dabei auch nichts auf und ich war auch schnell fertig.
Zuhause angekommen warf ich meine Schultasche auf mein Bett und startete direkt als erste Handlung meinen Rechner. Als Zwischenmahlzeit reichte mir ein kalter Kaffee, von welchem noch von heute morgen ein wenig übrig war. Wahrscheinlich würden wir uns heute Abend einfach eine Pizza bestellen, denn wie ich Tantchen kannte, hatte sie heute wohl genau so wenig Lust zu kochen wie ich. Doch ein Blick in ihr leeres Zimmer verriet mir, dass sie noch nicht da war.
Erst jetzt sah ich auf mein Telefon und bemerkte, dass sie mir eine Nachricht geschickt hatte. Sie würde es heute nicht rechtzeitig schaffen, da ihr ihre Firma Überstunden aufgebrummt hatte. Scheinbar lief es wohl in den letzten Tagen nicht sehr gut, aber ich solle mir keine Sorgen machen und ruhig schon mal alleine anfangen.
Mit einem Seufzen ging ich zurück in mein Zimmer, wo mein Computer mittlerweile hochgefahren ist und startete SAO. Und plötzlich war alles weiß.

War der Kaffee vielleicht doch nicht mehr gut? Geht das? Benommen und verwirrt blinzelte ich und vernahm kurz das Bild der bergigen Umgebung, in welcher ich mich beim letzten Ausloggen befand, bevor das Bild wieder verschwand. Schließlich bildete sich vor meinen Augen eine Gegend ab, die ich nur zu gut kannte. Hier fängt schließlich jeder an und als große Hauptstadt trafen sich hier wohl einfach die Meisten, hatten ihre Shops oder deckten sich mit Vorräten ein.  Doch etwas war anders. Oder eher, alles? Ich brauchte einen Moment, mich an das furchtbar grelle Licht zu gewöhnen. War das hier schon immer so hell? Als so langsam alles klarer wurde und meine Hand von der Stirn nahm, bemerkte ich, dass diese Hand nicht meine eigene war. Grau-lilane Haut, leuchtende arkane Tattoos und lange lilafarbene Nägel, die schon fast an Krallen erinnerten. So viel Zeit, wie ich mit ihr verbrachte habe, war es mir sofort klar. Diese Hände gehörten zu Lunistra. Hab ich mir vielleicht den Kopf gestoßen?
Reflexartig fasste ich mir an den Kopf und stieß dabei versehentlich meine Kapuze vom Kopf. Eine Beule konnte ich nicht tasten, doch stattdessen Ohren. Sehr lange Ohren. Erstaunt testete ich die Bereiche ab, die ich erreichen konnte, kniff mir in die Spitzen; Ich spürte alles. Ich tastete über meine langen Augenbrauen und ein Kitzeln erschauderte mich; Auch das spürte ich.
Schließlich wandte mein Blick nach unten. Wo vorher ein Mangel an weiblichen Rundungen den Blick auf meine Füße freigab, wurde mein Blickfeld nun um einiges weiter oben unterbrochen. Und ich schämte mich etwas; Aber es gefiel mir. Meine gewählte Garderobe passte sehr gut dazu und betonte definitiv den Körperbau meines Charakters, doch aktuell war ich froh, dass es dieses Outfit war, denn ich hatte auch welche, die weitaus freizügiger waren als ein bauchfreies Top und einen langen Rock mit seitlichen Schlitzen.
Doch was war passiert? Bin ich etwa gestorben und wurde in einer SAO-Welt wiedergeboren? Nicht meine erste Wahl, aber auch nicht schlecht. Ich hatte mir ja immer gewünscht, dass wenn ich mal sterbe, ich am besten in ein Otome-Game wiedergeboren werde und von einem Harem aus gutaussehenden Männern (oder auch Frauen) glücklich meine Tage verbringe. Vielleicht war das cringe, aber ein Mädchen darf träumen.
Jedenfalls schien es sich nicht um eine Wiedergeburt zu handeln, zumindest füllte sich der Platz bald mit vielen, vielen anderen Spielern, manche glücklicher als andere, aber fast alle verwirrt und überrascht.
Doch als der Himmel sich plötzlich verdunkelte, wurde die Antwort verkündet. Nun nicht mehr so von der Sonne geblendet, konnte ich die verhüllte Gestalt fast gut ausmachen. Gott war das mit Sichterheit nicht. Ein Administrator vielleicht?
Seine Worte hingegen verpassten mir ein flaues Gefühl im Magen. Wir Spieler waren also wirklich im Spiel? Mit welcher Technologie kann denn soetwas nur möglich sein? Starben wir wirklich, wenn wir im Spiel sterben würden? Wenn wir erst entkommen könnten, wenn wir sämtliche Bosse erledigt hätten... das war kein leichtes Unternehmen. Raids waren so schon eine schwierige Sache, man brauchte kompetente Leute, Planung, Vorbereitung, Taktiken, Ausrüstung und trotzdem war es in jedem Durchlauf so gut wie sicher, dass einige starben.  Natürlich gab es auch Spieler, die perfekte Durchläufe hinbekamen. Doch das war die Seltenheit. Vielleicht 5%? 1%? War es wirklich möglich, dass alle Spieler entkommen könnten? Nicht jeder hier war ein Profi.
Ich könnte es schaffen. Vielleicht? Aber ohne Tantchen bräuchte ich als Support eine Gilde oder eine Gruppe. Ich hielt inne. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass meine Tante noch nicht im Spiel war. Möglicherweise würde sie auch nicht mehr dazu kommen können. Ich konnte sie erst wiedersehen, wenn ich hier herauskam.
Ich fühlte mich schlecht. Hatte ich es anfangs tatsächlich als aufregend empfunden? Dieses Gefühl schien verschwunden zu sein und wich einem Schuldgefühl. Nein, ich durfte jetzt nicht aufgeben. Es gibt immer einen Weg und den gibt es auch dieses Mal.
Meine Priorität sollte es sein, eine Gruppe zu finden und meine Fähigkeiten wieder zu erlernen. Schließlich ist mein Level recht hoch gewesen, es sollte möglich sein, damit Fortschritte zu machen. Zunächst einmal öffnete ich meine Freundesliste. Neben meiner Tante hatte ich noch einige weitere gespeichert, doch nun bereute ich es stark, dass ich die meisten nur außerhalb des Spiels geaddet hatte. Meine Liste war ausnahmslos offline. "Okay, okay... das ist ja noch kein Weltuntergang, hier gibt es genug Spieler. Eine Gruppe wird kein Problem...", sagte ich, wohl um mich selbst davon zu überzeugen. Doch sämtliche Spieler um mich herum waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass es etwas brächte, sie anzusprechen.
Also Schritt zwei: Fähigkeiten. Und davon hatte ich eine Menge. Heilung, Debuffs, Buffs und einige weitere nützliche Zaubersprüche. Hauptsächlich Zaubersprüche. Zumindest habe ich über diese mal einen Guide geschrieben, auch wenn dieser schon ein bisschen zurück liegt. Wenn ich mein Mana, die Kosten und die Zauberzeit bedenkte... vielleicht sollte ich mal probieren, die Bewegungen meines Charakters zu kopieren? Ob es klappt, merke ich bei den Heilzaubern vielleicht nicht, aber ich habe doch... genau!
Ich konzentrierte mich und begab mich in die gleiche Position, die auch mein Charakter einnehmen würde und sprach dazu den Namen des Zaubers aus. Es dauerte sehr lange, doch langsam spürte ich etwas. Wie eine leichte Erschöpfung, die Beschreibung passte recht gut. Aber schlussendlich funktionierte er: Ein Zauber um Erfrischungen herzustellen! Ein kleiner Laib Brot manifestierte sich in meiner Hand und könnte langsam ein paar Lebenspunkte über Zeit auffüllen, wenn man ihn in Ruhe verzehrt. Zwar nichts weltbewegendes, da Alchemistentränke diese schnell obsolet machen, aber so viele Skillpunkte waren das nicht.
Ziemlich stolz auf meinen gelungenen Versuch biss ich in das Brot und wieder holte die Realität mich ein: Ein beschworenes Brot schmeckt nach Traurigkeit.
Was hab ich auch erwartet? Vielleicht sollte ich lieber ein paar offensive Zauber üben. Direkt vor der Stadt gab es ein Gebiet mit schwachen Monstern und wenn es noch nicht von den Spielern hier überlaufen war, wäre der Ort perfekt zum Üben. Also beeilte ich mich lieber.
Vor der Stadt abgekommen war ich ein wenig erleichtert, denn es schien noch mehr als genug Monster zum erledigen zu geben. Fast schon hätte ich angefangen, mir ein Einzelnes herauszupicken, da zog eine Explosion nicht unweit von mir meine Aufmerksamkeit auf sich. Es brauchte nicht viel Erfahrung um bei einem am Boden Liegenden und einer Gegnermeute Eins und Eins zusammen zu zählen. Der Ausrüstung zu urteilen war er wohl noch relativ neu und die Explosion kam wohl von dem Gnommädchen. Ob sie wohl eine Gruppe waren? Zumindest schien wohl die Gegnergruppe zu groß zu sein. Es kann schnell passieren, dass man mal ausversehen eine ganze Meute am Hals hatte, wenn man nicht aufgepasst hat. Normalerweise wäre das hier nicht weiter schlimm... Aber ab heute sah die Sache anders aus. Lernen durch Schmerz hieß bei mir, dass ich Tanks, die sich an Gegnergruppen übernehmen oder Spieler, die in Effektfeldern stehen, gerne mal nicht heile. Allerdings würde der Laguz wohl nicht viel zu lernen haben, wenn er durch die Gegner wirklich sterben würde.
Ich konzentrierte mich. Fokussierte den Laguz. Wie vorhin, nur dieses Mal ein Heilzauber. Nur ein kurzer, ein kleiner Heilungsschub, dass er aufstehen und weglaufen konnte... Doch es klappte nicht. War ich zu nervös? Das musste ich doch nicht sein. Niemand würde es mir vorwerfen, sollte es nicht klappen. Schließlich war das Spiel, in welches wir alle gezogen worden Schuld. Nicht ich. Und doch... könnte ich es mir wirklich verzeihen? "Komm schon, komm schon, komm schon...", murmelte ich und atmete noch einmal tief ein und aus, ehe ich es noch einmal probierte. Viele Versuche würde ich nicht haben, doch dieses Mal spürte ich sie wieder. Diese leichte Erschöpfung. Es hatte geklappt! Jetzt lag es an ihm. "Na los, steh auf!", rief ich und hoffte, mein Heilzauber hatte ausgereicht, damit er zumindest aus dem Weg flüchten konnte, damit das Bombenmädchen freie Bahn hatte.

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Zuhause -> Großer Platz | Alleine


Das heutige Training verlief gut. Ich mochte Sport und bewegte mich gerne und für heute war ich ausgepowert. "Vergiss nicht, dich nachher einzuloggen!", las ich die Nachricht auf meinem Telefon. Jaja, werde ich schon nicht. Ich verstand nicht, warum Leon so begeistert davon war. Es war doch nur ein Spiel, waren wir nicht langsam zu alt für sowas? Ich seufzte, aber ich hatte es ja versprochen. Mehr als mich einloggen musste ich ja nicht.
Ich startete meinen Computer, den ich ansonsten nur für die Schule benutzte. Während ich das Update laufen ließ, räumte ich ein wenig die Küche auf und machte das Abendessen für uns fertig. Wahrscheinlich würde es heute wieder spät für sie werden, also stellte ich ihre Portion in den Kühlschrank und verputzte meine Eigene.
Schließlich ging ich zurück in mein Zimmer. Gerade rechtzeitig zum Abschluss des Updates. Und das war auch schon das Letzte, an das ich mich erinnerte.

Dieser merkwürdige Traum begann mit Schwindel und Verwirrung. Alles um mich herum war weiß, ehe ich langsam zu mir kam und eine seltsame Stadt ausmachen konnte. War ich vor meinem Computer eingeschlafen? Träumte ich wegen Leon jetzt schon von diesen Fantasy-Welten?
Ich blickte mich um. Es schien ein großer Platz zu sein und außer mir waren noch weitaus mehr Leute hier. Seltsame Gestalten. Menschen mit spitzen Ohren, Hörnen, bunter Haut und mehr. Wie in diesem SAO-Spiel. Müde rieb ich mir das Gesicht und hoffte, wieder zu mir zu kommen und blieb an zwei hervorstehenden Zähnen hängen. Und hielt inne. Schlagartig riss ich die Augen auf und fühlte mich, als hätte mich ein Eimer eiskaltes Wasser überschüttet. Ich starrte auf meine großen grünen Hände. "Nein, nein, was ist das? Ich träume, oder?", sagte ich mir immer wieder und begann, mich aufgeregt umzusehen. Da bemerkte ich, dass es den Leuten um mich herum genau so ging. Jeder hatte diese Fragezeichen im Gesicht, nicht nur ich. Doch bevor ich nur jemanden fragen konnte, verdunkelte sich schlagartig der Himmel und eine düstere Person war am Himmel zu sehen.
Ich erschrak, verlor die Balance und landete auf meinem Hintern. Mir blieb nur, sprachlos den Worten dieser Gestalt zu lauschen.
War ich wirklich in dieser Spielewelt gefangen? Das... Sowas war unmöglich! Und noch dazu illegal! Bestimmt würde das draußen schnell bemerkt werden und man würde Hilfe schicken. Man würde uns hier raus holen!
Was sollte ich nur tun? Ich sah mich um und überlegte, da fiel mir Leon ein. Wir wollten uns doch heute treffen! Vielleicht konnte er mir helfen? Ich probierte, die Freundesliste zu öffnen, aber ich bekam es nicht hin und wurde ungeduldig. Ich wusste, wie sein Charakter aussah, vielleicht konnte ich ihn hier finden? Ja, das war zumindest ein Ansatz. Also sprintete ich los, ausschauhaltend nach seinem Charakter. Und tatsächlich. Nach gefühlt endloser Zeit fand ich ihn, wie er sich mit einigen anderen unterhielt. "Leon!", rief ich ihm zu und kam schließlich außer Atem vor ihm zum Stehen und riss ihn in eine erleichterte Umarmung. "Zum Glück habe ich dich gefunden! Was geht hier nur vor sich? Wie kommen wir hier wieder raus?", sagte ich freudig. Er kannte sich in diesem Spiel aus, sicher konnte er mir helfen. Doch er drückte mich sanft von sich weg, was mich verwirrte. "Leon...?", fragte ich verwirrt, doch er schüttelte nur den Kopf. "Leon war ich draußen, ich bin jetzt Garion. Und du bist jetzt Fang", fing er mit ruhiger Stimme an. "Und ich denke nicht, dass wir hier rauskommen. Man muss Bosse besiegen, den Weltboss. Du weißt nicht mal, wie dieses Spiel funktioniert. Es tut mir leid aber... ich denke, ohne dich habe ich bessere Chancen." Was... sagt er da...?
"Tut mir wirklich leid, ehrlich", wiederholte er sich noch einmal, ehe er sich abwandte und mit seiner Gruppe den Platz verließ.
Nur ich stand noch da. Und versuchte zu verarbeiten, was da gerade passiert war. Schließlich verließ mich die Kraft und ich sank auf die Knie, den Blick immer noch in die Richtung geheftet, in welcher Leon verschwand. Was soll ich denn jetzt machen?

Letzte Änderung durch Thaleia (Am 29.03.2022 um 13.13 Uhr)


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#31 Am 17.04.2022 um 00.23 Uhr

Absynthgarde
Panthea
Rookie
Panthea
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in SAO  |  allein

Fassungslos fuhr ich mir durchs Gesicht. Naja, sofern ich es wirklich als mein Gesicht bezeichnen konnte.
Träumte ich etwa doch?
Das kann unmöglich echt sein.
Noch bevor ich mir auf das Ganze einen Reim machen konnte, wurde meine Sicht verschwommen und einen Augenblick später war der Wald verschwunden. Stattdessen saß ich auf einem Platz, auf dem immer mehr Personen verschiedenster Rassen auftauchten.
Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich gesagt, dass ich in Holodar war.
Verwirrt rappelte ich mich auf.
Was zum Teufel lief hier?

Die Leute um mich herum schienen jedenfalls keinen Deut mehr Ahnung zu haben als ich.
Wild redeten alle miteinander. Immer wieder schnappte ich ein paar Wortfetzen auf. Aber besonders hilfreich war nichts davon.
Im Grunde war es ohnehin immer wieder dasselbe.
Was tun wir hier. Wer hat uns hierhergebracht. Die Stadt sieht aus wie Holodar.
Dieselben Fragen huschten schon durch meinen Kopf, also brauchte ich sie nicht auch noch von anderen hören.

Ich wollte schon den Platz verlassen, als ein Gewitter den Himmel verdüsterte und die Wolken alles ins Dunkel tauchten. Beißende Kälte zog sich in meine Knochen und ließ mich mitten in der Bewegung innehalten.
Ein roter Blitz folgte auf das Unwetter und eine gigantonomische Sense spaltete den Himmel mit einem gewaltigen Hieb.
Aus dem Riss schwebte… jemand in einer dunklen Robe. Und wer auch immer derjenige war, hatte eindeutig zu heiß gebadet.
Die Welt bestand augenscheinlich nur aus Wahnsinnigen und wie es aussah hatten wir alle nun den König der Spinner getroffen.

Sprachlos starrte ich in den Himmel.
Noch lange, nachdem der Spinner und sein Haustierchen verschwunden waren.
Ich hatte nicht den Hauch einer Ahnung, wie ich mit der Situation umgehen sollte. Am liebsten würde ich dem Idioten gehörig in den Allerwertesten treten. Wenn er Mumm hätte, würde er sich dort unten bei uns Spielern befinden und sich für diesen Schwachsinn rechtfertigen.
Aber dafür hatte der Kerl offensichtlich nicht die Eier in der Hose.

Wütend schnaubend verschränkte ich die Arme.
Die Zahnräder in meinem Kopf ratterten alle Möglichkeiten durch.
Sollte ich nach dem kranken Spiel dieses Wahnsinnigen spielen?
Oder sollte ich aufgeben und einfach hierbleiben?
Ich könnte das Beste daraus machen.
Vorteile hätte es mit Sicherheit.
Ich kaute an meiner Lippe. Wie sollte ich mich da entscheiden?

So oder so. Ich konnte mir schlecht für immer an Ort und Stelle die Beine in den Bauch stehen. Irgendwohin musste ich gehen.
Wohin also als erstes? Eine Entscheidung konnte ich schließlich auch später noch treffen.
Wahrscheinlich wäre es am sinnvollsten, ein Gasthaus aufzusuchen, damit ich meine nassen Kleider trocknen konnte.
Als Avatar mochte es für Rika ja kein Problem sein, blitzschnell die Kleider zu wechseln, aber ich wollte das hier auf offener Straße lieber nicht ausprobieren.

Im Kopf ging ich die Gasthäuser durch, die in der Nähe waren und entschied mich schließlich, mein Glück als erstes in der Goldenen Bratpfanne zu machen. Es war nur zwei Straßenecken weiter und meinen Avatar hatte ich dort schon öfter zurückgelassen.
Entschlossen drehte ich mich um und rannte dabei volle Kanne in einen weißhaarigen Laguz hinein, der zum Glück gerade noch den Flammenzauber in seiner Hand beendet hatte.
Sofort wich ich zurück und hob abwehrend die Hände.
Entschuldigung. Ich hab dich zu spät bemerkt.




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zuhause  |  allein

Ein seltsamer Schwindel überkam mich und ich verlor das Gleichgewicht.
Ich hatte das Gefühl, zu fallen. Aber ich spürte nicht, wie ich auf dem Boden aufkam. Immer tiefer schien ich zu fallen und der Schwindel nahm immer mehr zu. 
Gerade als ich das Gefühl bekam, mich übergeben zu müssen, spürte ich plötzlich wieder den Boden unter mir. Schwer atmend versuchte ich meinen Brechreiz unter Kontrolle zu bekommen…. mit mäßigem Erfolg.
Ich schaffte es gerade noch, meinen Papierkorb zu mir zu ziehen, damit ich mir wenigstens nicht den Teppich ruinieren würde.

Nach einer gefühlten Ewigkeit beschloss die Welt endlich, stillzustehen und das Schwindelgefühl ließ nach.
Gleichzeitig wurden mir ein paar Dinge bewusst.
Erstens stand mein Papierkorb auf der anderen Seite des Tisches, weshalb ich ihn gar nicht hätte so einfach zu mir ziehen können.
Zweitens war in dem Papierkorb eine Pflanze beheimatet.
Und drittens war da auch kein weicher Teppichboden unter meinen Knien.
Wo zum Teufel war ich?

Fassungslos sah ich mich um.
Neben mir stand ein schmales, einfaches Holzbett mit einer Decke darauf, die dem Wort Decke keinesfalls gerecht wurde, so dünn und zerschlissen wie sie war.
Die schmale Ablage, die dem Stuhl, der davorstand, nach zu urteilen, wohl auch als Tisch genutzt wurde, schien wie der Rest des Zimmers in keinem besonders guten Zustand zu sein.
Und schließlich stand da noch die Topfpflanze, die hoffentlich die nähere Bekanntschaft mit meinem Mittagessen überleben würde.

Am Tontopf der Pflanze blieb mein Blick hängen. Das schlichte Muster darauf kam mir ungemein bekannt vor.
Und schließlich machte es Klick. Das war das Zimmer, in dem ich mich in SAO ausgeloggt hatte.
Wie ist das möglich?
Perplex zog ich mich an dem Bett hoch. Wenn das wirklich das Zimmer von SAO war, müsste ich aus dem Fenster ein einfaches Dorf erkennen können. Ich würde direkt auf die Oase im Zentrum sehen können.
Unsicher, was ich lieber sehen würde, die idyllische Oase oder den Garten hinter meinem Wohnhaus, drehte ich mich zum Fenster.
Und tatsächlich sah ich dort weder einen wilden Rasen noch die Esche, die das Grundstücksende markierte.
Stattdessen blickte ich auf einen türkisblauen Teich an dessen Ufern alle möglichen Wüstenpflanzen wuchsen. Und überall standen und liefen Avatare, die allem Anschein nach genauso verwirrt waren wie ich.

War das echt? Sollte dies wirklich Yormgen sein?
So sehr mich der Gedanke auch reizte, konnte ich ihn dennoch nicht einfach so hinnehmen.
Kurz sah ich nochmal zum Blumentopf hinunter. Schuldbewusst schaufelte ich etwas Erde über die Misere. Ich war gerade fertig, als mir klar wurde, dass das nicht meine Hände waren.
Meine Haut war viel zu dunkel.
Verwundert fuhr ich durch meine dunklen Haare und ließ meine Hände nach oben wandern. Anstelle normaler Ohren hatte ich fellige, längliche Ohrmuscheln… sah ich etwa aus wie Anthalia?
Wenn meine Ohren nicht wären, hätte ich es für einen echt absurden Streich halten können. Dass ich in irgendeiner Show war, die Spaß daran hatte, Menschen in unmögliche Situationen zu bringen. Aber ich spürte jede Berührung meiner Finger an den Ohren.
Was sollte das alles nur bedeuten?

Allerdings würde ich das hier drin wohl kaum herausbekommen.
Neugierig verließ ich die kleine Hütte.
Draußen schien es wirklich detailgetreu ein Nachbau von Yormgen zu sein.
Oder eine detailgetreue Einbildung?
Es liefen sogar ein paar Charaktere herum wie in SAO.
War ich über dem Computer eingeschlafen? Oder hatte ich mir den Kopf irgendwo angestoßen als mir schwindlig geworden war?
Vielleicht halluzinierte ich auch bloß.
Für einen Traum fühlte es sich eigentlich zu real an.

Ich ging auf die Oase zu, aber gerade als ich meinen Fuß ins Wasser tauchen wollte, verschwamm alles vor meinen Augen.
Einen Wimpernschlag später war die warme Sonne auf meiner Haut verschwunden und ich befand mich inmitten einer Stadt. Zweifelsohne Holodar.
Und ich war nicht allein. Immer mehr tauchten auf, die wie Avatare aus SAO aussahen. Und wie ich wirkten sie alle durcheinander und etwas deplatziert.
Ich konnte mir beim besten Willen keinen Reim aus dem Ganzen machen.

Die allgemeine Aufregung wich jedoch, als plötzlich düstere Wolken das Tageslicht verschluckten und grelle Blitze über den Himmel zuckten.
Eisige Kälte breitete sich auf dem Platz aus und drang tief in meine Knochen.
Fröstelnd schlug ich die Arme um mich, nicht ohne den Blick vom Himmel zu lassen.
Dort riss auf einmal ein blutroter Blitz durch die Luft und noch bevor der Knall des Donners verhallt war, zerschnitt eine riesige Sense den Himmel.
Inmitten des Risses schwebte eine düstere Gestalt in schwarzer Kluft, die bedrohlich auf uns alle herabsah.
Und seine Worte waren nicht minder bedrohlich als sein Auftreten.

Unsicher was ich davon halten sollte hörte ich zu.
War das wirklich die Wahrheit?
Waren das um mich herum wirklich alles Spieler, die mit mir zusammen in der digitalen Welt gefangen gehalten wurden?
Konnte dies überhaupt wahr sein?
Mein Kopf rauchte von den ganzen Informationen und der inneren Diskussion, ob ich den Wesen in der Luft glauben schenken durfte.
Wenn es echt war, was versprachen sich die Entwickler davon? Glaubten sie wirklich, dass es niemandem auffallen würde, wenn sämtliche SAO-Spieler auf einmal verschwanden?
Andererseits war alles, was ich empfand zu realistisch, um nur ein Produkt meiner Fantasie zu sein. Oder bildete ich mir das nur ein? 
Was es auch war, ich musste mich entscheiden, wie ich mit der Situation umgehen sollte.

Ich sann über meine Möglichkeiten nach. Ob echt oder nicht würde ich nur dadurch herausfinden, wenn ich diese Welt verlassen würde.
Ob auf die eine oder die andere Art.
Und wenn ich nicht von selbst aufwachen oder mich jemand wecken würde, bestand im Moment wohl meine einzige Option, hier herauszukommen, darin diese Schlüssel zu finden.

Allerdings würde ich das mit Sicherheit nicht allein schaffen.
Ich öffnete das Menü und ging alle Spieler durch, mit denen ich Kontakt hatte.
Einige waren offline. Diejenigen die online waren schrieb ich an, ob wir uns irgendwo treffen wollten.
Ein paar schrieben direkt zurück, dass sie bereits mit Freunden eine Gruppe gebildet hatten und schon unterwegs waren. Der Rest hatte meine Nachricht noch nicht gelesen, weshalb mir nicht viel anderes übrigblieb als abzuwarten.

Ich wollte gerade meine Waffen aus dem Inventar herausholen, um etwas zu üben, als mein Blick auf einen Ork fiel, der auf dem Boden kniete.
Ein Ork, der einen ziemlich verzweifelten Eindruck auf mich machte.
Ich legte ihm meine Hand auf seine Schulter und beugte mich zu ihm hinunter.
Alles in Ordnung.




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in SAO  |  allein

Halt suchend griff ich um mich, aber außer den tanzenden Lichtern vor meinen Augen war alles Dunkel.
Das Klingeln in meinen Ohren nahm genauso wenig ab, sodass ich nicht mal mehr einen klaren Gedanken fassen konnte.
Plötzlich fuhr ein Ruck durch meinen Körper und ich fand mich auf dem Boden liegend wieder.
Aber das war definitiv nicht der Boden meines Zimmers.
Verwirrt grub ich meine Finger in den Sand unter mir. Wie kam hier Sand hin.
Blinzelnd öffnete ich die Augen. Um mich herum war alles noch grell.
Während sich meine Augen langsam an das helle Licht gewöhnten, bemerkte ich allerdings noch eine weitere Veränderung. Denn die Luft um mich herum war deutlich wärmer als vor wenigen Sekunden.
Was zum Teufel war hier los?

Fast gleichzeitig mit meinem Sehvermögen kam auch mein Hörsinn wieder.
Das Klingeln ebbte ab und wurde ersetzt durch ein leises, aber unverkennbares Rauschen, als würde ich nur wenige Meter vom Meer entfernt stehen.
Seltsamerweise bestätigten sowohl meine Nase als auch mein Sehsinn diesen Eindruck.
Denn wenn ich nicht gerade die Halluzination meines Lebens hatte, lag ich an einem langen, schneeweißen Strand, der schier kein Ende zu nehmen schien.
Das Meerwasser war kristallklar, wurde aber mit jedem Meter dunkler und schwärzer.
Hinter mir säumten Palmengewächse, die Grenze zum anliegenden Wald und auch vereinzelt auf dem Strand standen Palmen.

Grundsätzlich hätte ich keinerlei Probleme damit, an einem solchen Ort Urlaub zu machen.
Aber dafür hätte ich mich doch vorher lieber in ein Flugzeug begeben.
Ich hatte nicht den blassesten Schimmer, wo ich und vor allem wie ich hierher gelangt war.
Mit jeder Sekunde, die verstrich wurde ich zunehmend verwirrter.
Herumlungern würde mir allerdings kaum die Antworten bescheren, die mir zur Klarheit verhelfen würden.

Beim Aufstehen fielen mir braune, lange Haare ins Gesicht.
Das waren nicht meine Haare.
Und als ich an mir heruntersah, bemerkte ich, dass das auch nicht meine Kleidung war. Genau genommen nicht einmal mein Körper.
Meine Haut war deutlich dunkler und die Hose erinnerte mehr an….
Mitten in meinem Gedanken blieb ich stecken.
Das kann nicht sein.

Hastig griff ich an meine Ohren. Nur waren da keine mehr.
Als meine Finger weiter nach oben wanderten, konnte ich allerdings weiche, rundliche, mit Fell überzogene Ohren ertasten.
Probeweise fuhr ich mit meiner Zunge über meine spitzen Eckzähne.
Mein Verstand wehrte sich immens gegen den Gedanken.
Es war völlig unmöglich.
Ich musste träumen.
Doch das alles war einfach zu realistisch, um ein Traum zu sein.
Probeweise kniff ich mich in den Arm.
Definitiv kein Traum.
Alles andere als ein Traum.
Nur was genau?

Ich konnte unmöglich wirklich am Strand von Black Water Bay stehen.

Nach Hinweisen suchend, huschten meine Augen über die Landschaft.
Es war wirklich bis ins Detail die Stelle, an der ich mich das letzte Mal ausgeloggt hatte.
Auch wenn es zu realistisch wirkte, um ein Traum zu sein, war es auch zu unglaubwürdig, um die Realität zu sein, oder nicht?
Was auch immer es war, ewig konnte ich hier nicht herumstehen.
Und falls es doch keine Wahnvorstellung war, sollte ich an einem solch gefährlichen Ort auch nicht einfach nur in die Gegend starren.
Sobald ich dieses relativ sichere Fleckchen Sand um mich herum verlassen würde, konnte ich jederzeit von Piraten umzingelt sein.
Und ohne meine Tastatur, mit der ich meinen Charakter hätte steuern können, war ich wohl relativ aufgeschmissen, in dem Fall.

Ich begutachtete meine Handschuhe genauer.
In der Regel kämpfte ich als Raion mit den Fäusten. Oder besser gesagt mit meinen Krallen. Gegen Skelette würden allerdings meine normalen Krallen nicht besonders viel Schaden bringen, mit meinen Goldkrallen sah es da schon etwas anders aus.
Normalerweise bräuchte ich dazu nur Strg, Alt und A zu drücken.
Da dies hier eher nicht in Frage kam, musste es einen anderen Weg geben, um meine Waffe zu aktivieren.

Doch um zu überlegen, wie ich das anstellen sollte, fehlte mir die Zeit.
Denn bevor ich auch nur eine Idee umsetzen konnte, verschwamm die Umgebung vor meinen Augen und ich stand auf einem großen Platz, inmitten einer Stadt, die zweifelsohne Holodar sein sollte. Die unzähligen Bäume, die der Stadt Leben einhauchten, die farbenfrohen Fassaden der Häuser, deren Stil sehr an die Renaissance erinnerte.

Um mich herum befanden sich noch viele andere Charaktere und es tauchten immer mehr auf. Viele wirkten desorientiert und verwirrt, ein paar wenige machten den Anschein, fasziniert von der Stadt zu sein.
Natürlich waren auch einige dabei, die wie ich eine Mischung aus beidem zu verspüren schienen.
Der Platz wurde immer voller und um mich herum begannen die ersten schon aufgeregt miteinander zu sprechen.
Waren sie alle eine Ausgeburt meiner Fantasie? Oder wirklich Spieler, die wie ich, auf welche Weise auch immer, im Spiel gelandet waren.
Du hast nicht zufällig eine Ahnung, was hier los ist?“, fragte mich eine kleine Elfe zaghaft. Ich schüttelte den Kopf und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich bin genauso ratlos wie alle hier, würde ich sagen.“ Unsicher nagte die Blonde an ihrer Unterlippe. „Glaubst du, es ist alles echt?“
Ich musste grinsen.
Glaubst du, die Meinung eines Hirngespinstes wäre besonders hilfreich?“
Sie zog fragend die Augenbraue hoch.
Angenommen, du träumst das Ganze nur, dann wäre ich nicht echt und im Prinzip wäre alles was ich sage, etwas, das du zu dir selbst sagst. Dementsprechend brauchst du auf meine Worte keinen besonders großen Wert zu legen.“
Das Mädchen zupft nervös grinsend an ihren langen Ärmeln herum. „Da hast du vermutlich Recht.“

Bevor einer von uns beiden jedoch noch etwas äußern konnte, zogen dunkle Wolken über den Himmel und binnen kürzester Zeit verdüsterte ein gewaltiges Gewitter den Platz und eine eisige Kälte zog sich über meine Haut.
Ein blutroter Blitz zuckte über der Himmel und direkt darauf schnitt eine gigantische Sense durch die Luft.
Durch den unnatürlichen Spalt schwebte ein… Wesen in einem schwarzen Umhang. Eindeutig kein gutes Zeichen. Und seine bedrohlichen Worte ließen mich, meine Fäuste zusammenballen.
Was für ein krankes Spiel trieb die FSC eigentlich? Sollten wir alle etwa für sie als Versuchskaninchen herhalten?
Und allein die Existenz dieses Succuro erschien mir wie purer Hohn.
Als wäre dies ein Spiel, wie jedes andere.
Und nicht ein Spiel um Leben und Tod.

Nachdem der NPC wieder verschwunden war, herrschte noch größere Aufregung als bisher. Das Mädchen, das eben noch mit mir geredet hatte, schloss gerade eines seiner Menüs und bahnte sich dann eilig einen Weg durch die Menge.
Vermutlich wollte sie sich mit anderen Spielern treffen, die sie kannte.
Keine schlechte Idee.
Ich öffnete mein eigenes Avatar-Menü und ging ins Postfach.
Tatsächlich waren bereits drei Nachrichten eingetroffen.
Sie verloren echt keine Zeit.
Alle drei waren von meinen Freunden, mit denen ich öfters in SAO und anderen Onlinespielen abgehangen hatte.
Und in allen stand, dass wir uns an dem Ort treffen sollten, an dem wir uns das erste Mal in SAO begegnet waren.
Ich musste bitter grinsen. Nichts anderes hätte ich auch vorgeschlagen.

Nachdem ich Karin, Felix und Toni geantwortet hatte, machte ich mich auf den Weg zum Rand der Stadt.
Bereits von der Grenze konnte ich Toni und Felix an dem Baum stehen sehen, der unseren Treffpunkt markierte.
Ein breitschultriger Ork, der mich um zwei Köpfe überragte und eine schlanke Elfe, die in ein intensives Gespräch vertieft waren.
Als Felix mich sah, winkte er mir erfreut zu.
Da fehlt nur noch einer“, grüßte er grinsend. Ich musste verblüfft blinzeln. Seine Stimme war eindeutig nicht seine eigene. Allerdings wäre es vermutlich auch etwas seltsamer, wenn eine gut gebaute Elfe mit der Stimme eines fünfundzwanzig Jahre alten Studenten reden würde.
Sieht aus, als wäre dein ewiger Traum endlich war geworden“, gab ich grinsend zurück. „Jetzt gibt es wenigstens eine Frau, die dich ranlässt.“
Schnippisch streckte Felix mir die Zunge raus.
Du bist ja bloß eifersüchtig.“

Leute, da seid ihr ja!“
Bevor ich dazu kam, etwas zu entgegnen, sprang mich jemand von hinten an. Karin.
Wie ein Rucksack hängte sie sich an mich und grinste mich über meine Schulter hinweg an.
Sieht ganz so aus“, antwortete Toni und Karin und ich zuckten überrascht zusammen. „Holla, was ist denn mit deiner Stimme passiert?“, fragte Karin mit aufgerissenen Augen. „Solltest mal Felix hören“, meinte ich grinsend und zwinkerte ihm zu.
Schnell wie ein Wirbelwind war Karin wieder von mir runtergesprungen und stand nun so dicht vor Felix, dass sich fast ihre Nasen berührten.
Sag was“, forderte sie ihn auf, doch er verschränkte nur die Arme und biss sich auf die Unterlippe. Ich konnte sehen, wie es in ihm brodelte, etwas zu sagen, aber es ihm derart gegen den Strich ging, dass er nicht damit herausrücken wollte.
Nach einem ewigen Moment der Stille platzte ihm schließlich der Geduldsfaden. „Sag mal, ich bin doch kein Zirkustier“, entfuhr es ihm wütend und wir anderen mussten einfach nur lachen.

Als wir uns wieder erholt hatten, sah Karin hocherfreut in die Runde.
Also Leute, was machen wir als erstes?“
Wir sollten trainieren und dann einen genauen Plan machen, in welcher Reihenfolge wir uns den Bossen stellen. Ich bin mir sicher, wenn…“, Felix erhobener Zeigefinger unterbrach meinen Vorschlag.
Was?“, wollte ich mit hochgezogener Augenbraue wissen.
Ich habe mich eben mit Ruga darüber unterhalten und wir sind beide der Meinung, dass dies eine einmalige Gelegenheit ist.“
Eine einmalige Gelegenheit für was bitte?“, fragte ich entgeistert.
Hey, wir sind Gamer. Unser Leben ist Spielen und jetzt sind wir wahrhaftig in einem Spiel. Wie cool ist das denn? Das ist der Traum jedes echten Gamers. Und wir leben ihn!“
Anjyari hat Recht. So viel Glück wie wir hat nicht jeder“, mischte sich nun auch Toni in die Diskussion mit ein.
Glück?“ Völlig geplättet starrte ich die Beiden an. „Ist das euer Ernst? Habt ihr überhaupt verstanden, was hier abläuft? Was wollte ihr bitte anderes machen, als zu versuchen, hier rauszukommen? Und was soll das bitte mit Ruga und Anjyari? Ihr mögt vielleicht wie eure Avatare aussehen, aber ihr seid nicht eure Avatare.“

Felix seufzte.
Ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass du da anderer Ansicht bist als wir. Es gibt vermutlich kaum ein Spiel, das du noch nicht gespielt hast, du willst Entwickler werden und hackst für dein Leben gern. Gerade du müsstest doch begeistert sein, selbst in ein Spiel eintauchen zu können. Und wir sind nicht mehr in der realen Welt, auch wenn wir nicht 1 zu 1 unsere Avatare sind, sind wir auch nicht mehr Toni und Felix. Wir sind jetzt Ruga und Anjyari, so ist es eben.“
Nennt euch wie ihr wollt. Aber das ist trotzdem total wahnsinnig.
Stimmt, ich würde selbst gern irgendwann mal ein Spiel entwickeln, aber hier drin wird das sicher nicht möglich sein, genauso wenig wie hacken. Und natürlich spiele ich alles, was ich in die Finger bekommen kann und wäre hellauf begeistert, ein Spiel mit realistischen Sinneseindrücken wahrnehmen zu können. Aber das...
“, ich machte eine ausladende Geste, „das ist kein Spiel mehr. Wir sind in einer Welt, die voll ist mit gefährlichen Monstern. Und ich habe keine Lust, mein Leben lang auf der Hut sein zu müssen, nicht von irgendeinem Kobold zerfleischt oder von einem Troll zerquetscht zu werden. Ich will nicht draufgehen, ich will meine Familie wiedersehen, so nervig sie auch sein können und ich will mich nicht von irgendwelchen Mudaks* einsperren lassen wie eine Ratte im Versuchslabor.“

Felix und Toni tauschten einen vielsagenden Blick.
Meine Argumente änderten nichts an ihrer Meinung.
Na schön. Karin, komm wir gehen. Sicher werden wir es auch ohne sie schaffen. Immerhin gibt es noch genügend andere Spieler, die auch so denken, wie wir.“
Ich streckte meine Hand nach Karin aus.
Doch entgegen meiner Erwartung ergriff sie diese nicht.
Sanft lächelte sie mich an. „Die so denken wie du“, korrigierte sie mich.
Natürlich hast du mit allem Recht, was du gesagt hast… aber ich finde auch, dass wir diese Chance, so unfreiwillig sie auch war, nutzen sollten. Zumindest vorerst. Ich sage ja nicht, dass wir für immer hierbleiben müssen. Aber ich möchte auch erst einmal SAO einfach so genießen und mir keine Gedanken um Bosskämpfe machen müssen.“
Ich nickte verbissen.
In Ordnung. Ich bin sicher man sieht sich irgendwann, irgendwo. Ich hoffe, ihr habt den Spaß, den ihr euch von dieser Chance erhofft.“

Ohne mich umzudrehen, stapfte ich an den dreien vorbei und ging von der Stadt weg. Karin und Felix oder besser gesagt, Tanna und Anjyari wünschten mir noch viel Glück und Ruga rief mir zu, dass ich mich ab und zu melden sollte.
Ich hob die Hand zum Abschied, aber ich war zu wütend, um auf irgendetwas zu reagieren.
Wie konnte man nur so naiv sein.

Zielstrebig hielt ich auf die Anfängerwiese zu.
Ich konnte auch genauso gut ohne die anderen trainieren.
Und ich war wohl nicht der Einzige, der auf diese Idee gekommen war.
Allerdings schien es denjenigen, die vor mir diese Idee hatten, nicht besonders gut zu bekommen.
Der Knall einer Bombe lenkte meine Aufmerksamkeit auf einen Kampf, der mitten auf der Anfängerwiese stattfand.
Auf jeden Fall wirkte die Situation alles andere als unter Kontrolle.
Ohne groß darüber nachzudenken, rannte ich auf das Getümmel zu.
Ein Laguz war umringt von ein paar einfachen Monstern und wie es aussah hatte irgendjemand eine Bombe mitten in die Menge geworfen.
Erst dachte ich, eine Dunkelelfe, die in der Nähe stand, hätte sie geworfen, aber kurz darauf wurde eine Rauchbombe geworfen und ich entdeckte einen kleinen Gnom, der ebenfalls am Kampf beteiligt war.

Mit Sicherheit war mindestens einer von denen auf die glorreiche Idee gekommen, blindlings anzugreifen und hatte damit die Aufmerksamkeit einer ganzen Horde auf sich gezogen, während der Rest versucht hatte, zu helfen.
Ich würde ja darauf tippen, dass der Laguz der Anfänger war. Und entweder waren die anderen beiden das ebenfalls oder aber sie hatten ihre Fähigkeiten verständlicherweise noch nicht unter Kontrolle.
Was mich dummerweise auch betraf.
Allerdings hatte ich einen Vorteil.
Ich drückte mit der Hand auf mein linkes Handgelenk und wählte mich beim Laufen durch das Menü, bis ich meine Goldklauen fand.
Lange dauerte es nicht, bis sich meine Handschuhe zusammenzogen, verformten und zu den goldenen Klauen und Ketten wurden, mit denen ich am liebsten kämpfte. Und für die ich glücklicherweise auch keine komplizierte Magie brauchte.

Kurz bevor ich die drei anderen Spieler erreichte, hörte ich wie die Elfe dem Laguz zurief, dass er aufstehen solle.
Einfacher gesagt als getan, wenn man umzingelt von Gegnern war, auch wenn diese durch den Rauch eindeutig verwirrt waren.
Diese Verwirrung nutzte ich und griff an.
Die Bewegungen meines Avatars so gut es ging nachahmend holte ich mit meinen Klauen aus und verletzte zwei der Viecher, die sich direkt auflösten.
Dieses Succuro hatte wohl recht damit, dass wir unsere alten Stats behalten hatten. Ein Anfänger hätte nicht einmal ein Monster niedrigen Ranges so schnell besiegen können.

Allerdings hatte ich nicht viel Zeit, um mich darüber zu freuen, denn die Aufmerksamkeit der Monster galt nun mir und auch wenn ich mich eindeutig schneller bewegen konnte als ich es als Mensch tat, war ich kein geübter Nahkämpfer. Der Rauch erschwerte natürlich auch mir die Sicht, allerdings war mein Gehör als Laguz deutlich besser, sodass ich die Bewegungen der Monster besser erahnen und dementsprechend handeln konnte. 
Während ich dem nächsten Vieh einen Schlag verpasste, gelang es einem seiner Kumpane, mich am linken Oberarm zu verletzen und ich zog vor Schmerz scharf die Luft ein. Das war mir eindeutig zu realistisch für meinen Geschmack. Und die anderen wollten dieser Gefahr für den Rest ihres Lebens ausgesetzt sein? Unfassbar.

Das Monster, das mich erwischt hatte, erhielt kurz darauf die Retourkutsche und machte Bekanntschaft mit den ewigen Jagdgründen der digitalen Welt. Oder wo auch immer sonst die Einsen und Nullen hin verschwanden.
Ich kassierte einen weiteren Schlag in meine Magengrube und ein drittes Monster schaffte es, mir eine weitere Wunde am Arm zuzuziehen. Aber als der Rauch sich allmählich legte, blieb von den Viechern nichts mehr übrig außer ein paar Sachen, die sie fallengelassen hatten.
Erleichtert, dass der Kampf vorbei war, und etwas aus der Puste massierte ich kurz meinen Nacken und drehte mich zu den anderen Spielern um.
Alle noch am Leben?“



*Russisch für Arschloch


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#32 Am 24.05.2022 um 16.58 Uhr

Absynthgarde
MitsukiMizu
Recrute
MitsukiMizu
...
Nachrichten: 50

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In SAO | auf dem Marktplatz in Holodar |  mit Rika


Ich hatte mich gerade umdrehen und meine Reise beginnen wollen, als ich spürte, wie ein Körper gegen den meinen prallte. Es fühlte sich nicht so an, wie ich ich es einem Traum erwartet hätte, weswegen sich meine Stirn leicht in Falten legte. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann hätte ich es beinahe leicht schmerzhaft beschrieben. Aber das konnte, wie ja jeder wusste, nicht sein. Also schob ich es darauf, dass mein Gehirn mir dabei gerade einen Streich spielte und mir weismachen wollte, dass sich dieser Zusammenstoß wie im realen Leben und im wachen Zustand anfühlte.
Au“, gab ich trocken von mir, während mein Blick von meiner Seite zu dem Avatar hinwanderte, dem ich diesem Rempler zu verdanken hatte. Beschwichtigend hielt eine Elfin ihre Hände nach oben, um mir zu zeigen, dass sie unbewaffnet und friedfertig war. Sie besaß langes, braunes Haar, in dessen Strähnen ab und zu ein paar Tücher eingeflochten war. Alles in Allem schien ihr Aussehen wie aus einem der eher schlechteren Fanatsy-Filme entsprungen, wo die Elfen als typische Baumkuschler dargestellt waren. So wie ich sie hier betrachtete, erinnerte sie mich schlagartig an diese. Alles an diesem Avatar schrie Neuling. Zwar niemand, der gerade eben erst begonnen hatte, aber auch keiner, der dieses Spiel schon über Jahre spielte. Dies konnte ich sowohl an der Kleidung, die nicht nach fortgeschrittener Rüstung aussah, als auch an ihrem Kampfstab ausmachen, der scheinbar keinerlei Modifikationen aufwies, die man erst ab einem bestimmten Level anbringen konnte.
Entschuldigung. Ich hab dich zu spät bemerkt.”, brachte sie noch hervor, ehe ich einen Schritt zurück machte.
Nun, du kannst vom Glück reden, dass ich nicht einer der Monster bin, die dich noch erwarten. Die würden nicht so gnädig reagieren, wie ich.“ Ich zog eine Augenbraue hoch, und warf ihr einen skeptischen Blick zu, bis mir schließlich wieder einfiel, dass ich ja meine Kitsunenmaske trug und sie diesen deshalb nur schwer erkennen konnte. Das einzige, was man von meinem Gesicht sehen konnte, waren meine orangenen Augen.
Ich würde dir den Tipp geben, erst zu schauen, dann zu laufen.“ Ich zupfte meine Kleidung zurecht und schnippte ein Flusen von dieser. Zwar konnte man mir äußerlich nicht ansehen, dass gerade jemand in mich hineingerannt war, ich fand es jedoch einfach eine schöne Geste, um meine Worte noch einmal zu unterstreichen.
Normalerweise wäre ich nun von dannen gezogen und hätte mein eigenes Ding gemacht. Jedoch musste ich zugeben, dass der Traum durchaus spannender werden würde, wenn ich noch einen Wegbegleiter hätte. Zudem konnte ich noch nicht einschätzen, was für Herausforderungen da draußen noch auf mich lauern würden. Laut diesem Succuro waren immerhin einige Dinge neu.
Also entschied ich mich, der Elfin vor mir ihren Patzer zu verzeihen und ein wenig milder gestimmt mit ihr zu interagieren.
Wohin wolltest du überhaupt so eilig?“ Kurz schwieg ich, bevor ich nachsetzte: „Mein Name ist übrigens Noboru.

Letzte Änderung durch MitsukiMizu (Am 24.05.2022 um 19.42 Uhr)


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#33 Am 27.05.2022 um 00.06 Uhr

Absynthgarde
Panthea
Rookie
Panthea
...
Nachrichten: 112

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auf dem Marktplatz von Holodar  |  mit Noboru

Der Fremde trat einen Schritt zurück. Dabei fiel mir erst seine Maske auf, die bis auf seine flammenden Augen sein gesamtes Gesicht verdeckte.
Nun, du kannst vom Glück reden, dass ich nicht eines der Monster bin, die dich noch erwarten. Die würden nicht so gnädig reagieren, wie ich.
Gnädig? Das ist jetzt ja wohl nicht sein Ernst, oder?
Sollte ich etwa dankbar sein, dass er mich nicht an Ort und Stelle abfackelte, nur weil ich mit ihm zusammengestoßen war?
Genervt verschränkte ich die Arme.
Wahrscheinlich erwartete er jetzt ein Dankeschön dafür. Und ein weiteres für den besonders geistreichen Tipp „ erst schauen, dann laufen“.
Danke für nix, Mr. Obvious.

Etwas fassungslos sah ich zu, wie er sich demonstrativ die Kleider glättete und dann einen Fussel von der Schulter wischte.
Wie arrogant war der Schnösel eigentlich?
Der macht, als hätte ich mich über ihn geschmissen und zu Boden geworfen.
Bevor ich jedoch etwas entgegnen konnte, fragte er mich, wohin ich eigentlich so schnell gewollt hatte.
Mein Name ist übrigens Noboru”, ergänzte er nach kurzem Zögern. 

Danke für deine herzzerreißende Güte. Ich bin nebenbei E… Rika. Rika Gardis. Und ich war eben auf dem Weg in die Goldene Bratpfanne. Und genau dahin werde ich jetzt auch gehen.
Entschlossen wollte ich an ihm vorbeigehen, doch dann blieb ich neben ihm stehen und deutete auf seinen Ärmel. „Du hast da übrigens eine Falte übersehen.
Dann ging ich schließlich weiter.
Ich bezweifelte stark, dass ich mit dem Typen weiterhin etwas zu tun haben wollte. Wenn ich darüber nachdachte, kam mir seine Stimme auch irgendwie bekannt vor.
Ich wusste zwar nicht genau woher, aber ich verband kein besonders gutes Gefühl mit der Stimme.
Was natürlich aber auch mit der abgehobenen Art des Kerls zu tun haben konnte.

Letzte Änderung durch Panthea (Am 27.05.2022 um 00.08 Uhr)


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#34 Am 29.05.2022 um 19.04 Uhr

Lichtgarde
Yuzana
Kitsune-Mod
Yuzana
...
Nachrichten: 170

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auf der Wiese vor Holodar → Savage Bat, Lunistra und Raion


Während ich auf meinen Tod wartete und immer noch die Augen geschlossen hatte, vernahm ich plötzlich aus der Ferne einen lauten Ruf. „Hey Neuling! Ich werf gleich eine Rauchbombe, wenn du kannst beweg dich nach hinten, egal wie. Ich brauch Abstand zwischen euch.“ Sofort öffnete ich die Augen und erkannte… nichts. Um mich herum war alles in dichte Nebelscharten bzw. Rauchschwarten. Eine Tatsache die nicht nur mich verwirrte, sondern auch die Monster. Leider hinderte das diese Biester nicht, weiter wie wild nach vorne zu stürmen und direkt auf mich zuzustürmen. Trotzdem versuchte ich, wie mir die Stimme sagte, irgendwie von der Masse wegzukommen. Was mir natürlich super gelang. Nämlich überhaupt nicht. Die Viecher hatten mich so schlimm erwischt, dass ich nicht aufstehen konnte. Somit versuchte ich mich kriechend nach hinten zu bewegen. Was zum einen mich nur sehr langsam voranbrachte und zum anderen war es nicht gerade sehr effektiv, da ich nur leicht den Oberkörper anheben konnte. Trotzdem gab ich nicht auf. Ich wollte nicht so schnell sterben. Nicht hier in diesem verdammten Spiel, noch in diesem Körper und in meinem jungen Alter. Ich wollte noch etwas erleben und versuchen meinen Traum zu erfüllen. Weshalb ich einfach weiter versuchte von der Horde wegzukriechen.
Gerade als eines der Monster wieder leicht seine Orientierung wieder hatte und mich anschließend wieder erblickt hatte, kam dieses sofort auf mich zugerannte. Sofort stieg in mir die Panik auf. Da hatte ich gerade wieder etwas Hoffnung erlangt, dass ich durch die Hilfe der Stimme aus dieser verzwickten Lage doch lebendig rauskam und schon musste ich mich wieder mit dem Tod vor Augen konfrontieren. Sofort versuchte ich etwas schneller von dem Monster wegzukriechen, da ich wirklich nicht sterben wollte. Leider war dieses Vieh schneller als ich kroch, weshalb es immer näher kam. Doch in dem Moment, wo mich dieser zu groß geratene Eber mit seinen Hauern aufspießen wollte, durchfuhr mich ein angenehmes Gefühl, welches meine Funden schloss und zugleich den Schmerz verschwinden ließ. Auch erklang zur gleichen Zeit eine weitere Stimme, welche mir die Worte „Na los, steh auf!“ zurief. Eine Aufforderung der ich nur zu gerne nachkam. Jedoch machte ich einen beherzten Sprung zur Seite und schaffte es gerade so, dem Eber auszuweichen.

Leider war das Problem mit der Horde immer noch nicht gelöst. Alleine schaffte ich diese Horde nicht und durch den Rauch, konnte ich auch meine beiden Retterinnen nicht sehen. Dadurch wusste ich nicht, wie nah oder weit weg sie waren. Trotzdem versuchte ich so gut es ging, die Monsterangriffe zu parieren. Etwas, was mir weder schlecht als recht gelang. Jedoch wurde ich so nicht zu sehr verletzt und konnte ab und zu auch den Monstern ein bisschen Schaden zufügen. Trotzdem zerrte das alles sehr an meinen Kräften und ich merkte wie ich immer langsamer und müder wurde. Da half es auch nicht, dass eine meiner Retterinnen mich immer wieder so gut es ging heilte. Denn auch wenn meine Wunden verschwanden, so verschwand meine Müdigkeit und Entkräftung nicht. Wahrscheinlich konnte man hier im Spiel nur Wunden heilen und nicht den körperlichen Zustand. Somit versuchte ich so gut es ging, mit meinen beiden unbekannten Retterinnen, gegen die Monster zu kämpfen. Als auf einmal eine dritte Person erschien. Diese jedoch konnte ich eindeutig besser erkennen und sehen. Immerhin stürzte diese sich direkt in die Meute und griff ein Monster nach dem anderen an und besiegte diese mit Leichtigkeit.
So dauerte es nicht lange, bis alle Monster besiegt waren. Total erschöpft ließ ich mich ins Gras fallen und holte tief Luft. Ich musste erst einmal verschnaufen. Dieser Kampf war wirklich total anstrengend gewesen. Erst als ich mich etwas erholt hatte, setze ich mich wieder auf und sah zu meinen drei Rettern. Erst jetzt konnte ich die beiden Frauen erkennen. Wobei ich ehrlich sein musste, dass ich nicht genau erkennen konnte, was für eine Rasse dieses kleine Wesen war. Elfen kannte ich durch verschiedene Fantasy-Filme. Doch hatte ich noch nie so ein kleines Wesen, wie meine Retterin gesehen. Doch würde ich mich jetzt nicht in die Nesseln und fragen, was für eine Rasse sie war. Immerhin hatte ich mir schon genug Ärger aufgehalst, da musste ich nicht noch meine Retter gegen mich aufbringen. „Ja, dank eurer Hilfe bin ich noch am Leben. Vielen Dank für eure Hilfe und Rettung.“ antwortete ich auf die Frage des Löwen-Laguz. „Ich bin übrigens Asennu-Ka-Ra aber ihr könnt mich ruhig Asennu nennen. Ist einfacher und auch viel kürzer. Darf ich Fragen wie ihr heißt?“ stellte ich mich nun vor und stand langsam auf. Immerhin hatte ich mich bereits soweit erholt, dass ich wieder fähig war zu stehen. Das kleine Mädchen zuckte mit den Schultern und erwiderte mir nur mit „Kein Problem“. Anschließend stellte sie sich als ‚ka-Bat‘ vor. Bei diesem Namen musste ich dann doch etwas die Augenbrauen heben. Das war mal ein sehr merkwürdiger aber interessanter Name. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, so einen Namen zu wählen. Aber er passte zu dem kleinen Zwerg vor mir. Vor allem da die Ohren dieses Wesens halt wirklich leicht an Fledermausohren erinnern konnten.
Ganz anders dagegen war der Löwen-Laguz. Dieser stemmte seine Hände in die Hüften und strahlte mehr als nur Selbstbewusstsein aus. „Keine Ursache. Mein Spielername ist Raion Akari. Einfach Raion tut es natürlich auch.“ entgegnete er mir freundlich. Ein bisschen erinnerte mich seine Vorstellung an meine eigene. „Freut mich euch kennenzulernen. Aber entschuldigt mich kurz. Ich muss noch schnell etwas erledigen, dann können wir uns weiter unterhalten.“ erwiderte ich meinen Rettern in Not, nachdem sich alle vorgestellt hatten und suchte in dem Menü nach der Pfeife von diesem kleinen Plüschtier. Immerhin hatte ich mit dem Fellball noch ein Hühnchen zu rupfen. Als ich die Pfeife in meinem Inventar gefunden hatte, begann ich sofort auf dieser zu trällern. So dauerte es auch nicht lange und Succuro tauchte wie aus dem Nichts mit seinem großen Buch vor mir auf. „Du hast nach mir gerufen? Was kann ich für dich tun?“ begrüßte mich dieses Fellknäuel wieder mit dem gleichen Spruch, wie beim ersten Mal. „Von wegen, was kannst du für mich tun. Hast du mir nicht gesagt, dass diese Wiese hier, genau das richtige für mich ist zum Leveln und mich auszutesten? Also erklär mir bitte, warum ich gerade fast gestorben bin? Von wegen die Wiese ist anfängerfreundlich.“ entgegnete ich diesem Mistvieh, wobei meine Stimme ganz deutlich zeigte, wie wütend ich gerade war. Doch dies schien Succuro vollkommen egal zu sein. Denn dieser Lächelte immer noch und erwiderte fröhlich. „Du irrst dich. Diese Wiese ist komplett anfängerfreundlich. Jeder einzelne Spieler, der hier neu anfängt beginnt hier sein Abenteuer. Die Monster sind alle noch auf einen sehr niedrigen Level, sodass man hier ganz leicht einige Level aufsteigen kann. Nur muss man halt aufpassen. Auch wenn die Monster alle sehr schwach sind, so gibt es Monster, die immer in einer Gruppe angreifen, sobald eines der Horde angegriffen wird. Diese sind speziell für Anfängergruppen erstellt worden. Wäre ja langweilig wenn eine Gruppe auf ein einzelnes Monster gehen müssen. Da wäre der Spaß schnell vorbei.“

Als ich diese Worte hörte, hatte ich das Gefühl, dass mich dieser Succuro auf den Arm nehmen wollte und meine Wut stieg immer weiter an. Mein Geduldsfaden war wirklich schon zum zerreißen gespannt. „Und warum hast du mir das vorhin nicht gesagt?“ wollte ich zähneknirschend von ihm wissen. Ich musste mich wirklich total zusammenreißen, diesem Tier nicht an die Gurgel zu gehen. „Ganz einfach, weil du mich nicht danach gefragt hast. Du wolltest nur wissen, was du als Nächstes machen sollst. Und genau das habe ich dir gesagt.“ antwortete es mir in einem belustigten und auch frechen Ton. Eine Antwort die es schaffte meinen Geduldsfaden reißen zu lassen. Sofort stieg in mir so sehr die Wut auf, dass ich sie nicht mehr unterdrücken konnte. „Wie bitte? Was fällt dir ein? Machst du dich gerade lustig über mich? Na warte.“ erwiderte ich und wollte Succuro nur noch den Hals umdrehen. Ich war mir schon fast sicher, dass dieses Monster nie im Leben ein einfacher NPC war. Dazu gab es viel zu freche antworten. Leider war dieses Fellknäuel schneller als ich und schaffte es mit Leichtigkeit meinen Angriffen auszuweichen. „Statt deine Energie gegen mich zu verschwenden, solltest du dir überlegen, wie du hier wieder rauskommst und ein bisschen Leveln. Solltest du aber trotzdem Fragen haben, kannst du mich gerne Fragen. Doch überleg dir das nächste Mal aber dann ganz genau, was du fragen und vor allem wissen willst. Nicht dass du wieder an der Schwelle des Todes stehst.“ kam es kichernd von Succuro und verschwand anschließend so schnell wie es gekommen war.
Somit waren meine drei Retter und ich wieder alleine. Wütend setzte ich mich im Schneidersitz ins Gras und begann vor mich hin zu fluchen. „Gott wie ich dieses Spiel, diese Welt und vor allem Succuro hasse. Die wollen mich doch alle nur verarschen. Ich hab so die Schnauze voll.“ Während ich so vor mich hin fluchte, schlug meine Schakalrute immer wieder kräftig auf den Boden. Als ich dies bemerkte seufzte ich kurz. Super, jetzt zeigt meine Rute auch noch meine Gefühlslage an. Mein Leben kann doch nicht mehr schlimmer werden. Auch wenn es wirklich cool ist, das meine Instinkte und Fähigkeiten viel ausgeprägter waren. Man merkte sofort, dass ich mich für einen Lagzu entschieden habe. Hätte nie gedacht, dass ich wirklich die Fähigkeiten bzw. Instinkte des Tieres annehmen würde. Doch wusste ich auch, dass ich sowas von aufgeschmissen war. Ich kannte mich hier so gar nicht aus und wäre sogar deswegen fast gestorben. Nie im Leben, würde mich da eine Gruppe aufnehmen, da ich nur ein Klotz am Bein wäre. Doch konnte ich nicht einfach so tatenlos rumsitzen und nichts tun. Auch wenn ich dieses Spiel jetzt schon wie die Pest hasste, so durfte ich den Kopf nicht hängen lassen.
Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, sah ich wieder zu meinen Rettern. „Entschuldigt wenn ich euch aufgehalten habe oder ihr andere Dinge vorhattet aber dürfte ich euch vielleicht noch etwas fragen?“ wandte ich das Wort an Bat, Lunistra und Raion. Anschließend fuhr ich auch schon mit meinen Fragen fort. „Sicher habt ihr schon mitbekommen, dass ich noch komplett neu bin. Ich kenne mich weder in SAO aus, noch habe ich jemals ein anderes MMORPG wie dieses hier gespielt. Ich bin also ein kompletter Laie und bin wirklich total unerfahren hier gelandet. Weshalb es mir auch sehr schwer fällt hier einen Flow zu bekommen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich dieses Spiel jemals lieben werde. Generell frage ich mich, wie es kommt, das ihr oder die anderen Spieler dieses Spiel so sehr liebt.“ begann ich und schüttelte anschließend kurz mit dem Kopf. Nein ich verstand wirklich nicht, wie man so ein Spiel gerne spielen konnte. Selbst als es noch nicht zu diesem Killerspiel geworden ist, verstand ich den Reiz hinter so einem Spiel nicht. Was daran, war so toll, dass man sich seine eigene Figur erstellt und mit dieser in so eine Welt eintaucht? Aber das tat nichts zu Sache. „Aber das ist nicht das was ich eigentlich fragen wollte. Könnt ihr mir vielleicht ein paar Tipps geben? Ich würde ungern noch einmal Succuro fragen. Immerhin scheint es ihm Spaß zu machen mich oder generell die Spieler zu ärgern. Außerdem bräuchte ich für die Nacht einen Schlafplatz und würde ungern die Nacht ohne ein Dach über dem Kopf verbringen. Gibt es hier Möglichkeiten ein Zimmer zu mieten oder so? Ach und welche Monster kann ich hier angreifen, ohne das mich wie eben eine ganze Horde angreift? Immerhin möchte ich noch viele Jahre leben und auch lebend aus diesem Spiel kommen. Außerdem will ich mein Glück nicht noch mehr überstrapazieren, wie ich es jetzt schon gemacht habe.“ fügte ich hinzu. Die Frage, ob ich mit einen von dreien zusammen reisen konnte, verkniff ich mir. Ich war mir sicher, dass keiner dieser drei große Lust hatte, einen Anfänger wie mich mitzuschleppen. Denn auch wenn ich mich nicht auskannte, so konnte ich sofort erkennen, dass sie sehr erfahrene Spieler waren und schon sehr weit vom Level her waren. Sicher hatten sie komplett andere Pläne und diese wollte ich nicht noch weiter durchkreuzen.


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#35 Am 31.05.2022 um 23.07 Uhr

Lichtgarde
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??? → im Wirtshaus ‚Zur rostigen Axt‘ (mit Shadow und Milk)


Als er zu sich kam, lag er in seinem Bett. Das vertraute Gefühl der seidenen Laken und der sanften Brise, die seine Vorhänge leicht umspielte, ließ ihn beruhigt aufatmen.
War das alles etwa doch nur ein Traum gewesen? Ja, es musste einer sein! Das alles konnte schließlich nicht real gewesen sein, das wäre zu abgedreht. In SAO eintauchen zu können, das mit seinen Freunden. Wie eine Mischung aus Wunsch- und Albtraum.
Er drehte sich auf die andere Seite und stellte zu seiner Verwunderung fest, dass jemand auf seiner Fensterbank saß. Jemand, der eigentlich nicht hier sein konnte.
„Jun?!“ Er wusste nicht, welches Gefühl stärker in ihm brodelte – Freude oder Verwirrung. „Was machst du denn hier?!“
Jun wandte sich ihm zu, sein sonst so warmes und liebevolles Gesicht zu einer angewiderten Fratze verzogen. Mit einer viel zu schrillen Stimme antwortete er ihm: „Sieh an, sieh an, ist das Dornröschen endlich aufgewacht? Soll ich dich waschen und ankleiden oder willst du das lieber deinem Butler überlassen? Allein bekommst du das ja anscheinend nicht hin, verwöhntes kleines Prinzchen.“
Yoichis Gesichtszüge entglitten ihm völlig. Was hatte Junichi da gerade zu ihm gesagt?
„Oh, hat es dir die Sprache verschlagen? Keine Sorge, mir macht es nichts aus, Rücksicht auf dich zu nehmen. Das mussten wir schließlich schon immer.“
Die Ablehnung stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, jeder einzelne Muskel drückte diesen Hass aus und die eigentlich zuneigungsvollen, lebendigen Augen waren kalt und glanzlos. Yoichi wusste nicht, was über seinen besten Freund gekommen war. Er wusste nicht, wieso er sich so verhielt; nichts konnte es ihm erklären.

„Was ist los, was ist mit dir passiert? Warum sagst du so was?“, sprach er seine Fragen schließlich aus, während er mit aller Mühe den bitteren Geschmack der sich ankündigenden Tränen herunterschluckte. Der Schmerz aus seinem „Traum“ hallte immer noch in ihm nach und verstärkte seine leise Befürchtung, dass diese Worte ernst gemeint waren. Doch er würde nicht weinen. Er würde mit aller Kraft dagegen ankämpfen und daran glauben, dass sein Freund sich nur einen schlechten Scherz mit ihm erlaubte.
„Was soll denn mit mir passiert sein? Hast du schon mal daran gedacht, dass das hier mein wahres Ich ist? Dass ich mich immer verstellt habe? Dass Daisuke und Mamoru sich verstellt haben? Du hast immerhin so viel Aufmerksamkeit gebraucht, dass für uns nie Zeit blieb. Immer ging es nur um dich und wie schlecht es dir doch ging. Unsere Probleme haben dich nie interessiert. Yoichi hier, Yoichi da. Wahrscheinlich sollten wir uns sogar noch geehrt fühlen, dass wir mit dem ach-so-tollen Yoichi Zeit verbringen durften. Oh, Verzeihung!“ Auslandend verneigte er sich, so gut es ihm im Sitzen eben möglich war, und ergänzte: „Das heißt ja ‚Yoichi-sama‘!“
Bei dieser Anrede traute Yoichi seinen Ohren kaum, sie erschütterte ihn. Jun wusste doch eigentlich, was er davon hielt, also warum sprach er ihn so an? Er hatte immer geschätzt, dass sie sich auf Augenhöhe begegnet waren und nun verhielt er sich genauso unterwürfig wie das Personal. Ihm wurde schlecht, aber noch immer wehrte er sich dagegen, seinen impulsiven Emotionen nachzugeben. Das konnte schließlich alles nicht wahr sein, irgendetwas lief gewaltig schief! Trotzdem, er musste unbedingt die Nerven bewahren. Doch leider spürte sein Gegenüber seine Unsicherheit und reagierte prompt darauf.
„Aww, muss das kleine Prinzchen etwa weinen? Nur zu, lasst alles raus! Vor einem Normalsterblichen wie mir müsst Ihr die Fassung nicht bewahren. Im schlimmsten Fall könntet Ihr mich ja entsorgen lassen.“

Was? Hatte er sich gerade verhört? ‚Entsorgen lassen‘? Also töten?!
Vom Spott und dem grauenhaften Vorwurf provoziert, schwenkte Yoichis Traurigkeit nun in Wut um. Voller Unglauben schüttelte er den Kopf: „Das stimmt nicht, das ist alles nicht wahr! Wie redest du mit mir? Wer bist du?!“
Doch sein Gegenüber begann zu kichern. „Oh, Yoichi-sama, habt Ihr wirklich Euren besten Freund vergessen? Wie herzlos!“
Er stand nun auf und setzte sich neben ihn auf seine Bettkante. „Wobei man es Euch auch nicht verdenken kann. Immerhin ist Euer ganzes Leben ja schon für Euch vorgeschrieben worden. Eure Noten, Euer Beruf, Eure Ehefrau, die Namen Eurer Kinder – da passen mittelmäßige ‚Normalo-Freunde‘ wie wir einfach nicht hinein. Schließlich ist das Euer Film, in dem Ihr die Hauptrolle spielt. Und wer möchte schon irgendwelche No-Names als Nebencharaktere, wenn man diese Plätze stattdessen mit erstklassigen Stars besetzen kann?“
Erneut fand ein Gefühlswechsel in ihm statt und Yoichi überkam ein eiskalter Schauer, der ihn vor Schock erstarren ließ, überfordert von allem, was geschah. Junichi hingegen beugte sich nun immer weiter zu ihm vor und war nun nur noch Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. In seiner Stimme lag nach wie vor derselbe Hohn und dieselbe abfällige Monotonie, als er mit seinen Anschuldigungen fortfuhr: „Wir waren immer nur dein Spielzeug, ein billiger Zeitvertreib, bei dem du dich gehen lassen konntest und nicht auf deine Manieren achten musstest. Vielleicht hast du dich ja auch über den Umzug gefreut? Anscheinend sind wir dir wohl zu langweilig geworden. Oder war es etwas anderes?“ Er legte den Kopf schief. „Konnten wir deine Erwartungen nicht erfüllen? Hast du dich nach mehr gesehnt, als wir dir geben konnten?“
Nach einer kurzen Pause hauchte er an seine Lippen: „Hast du dich hiernach gesehnt?“
Gewaltsam umfasste Junichi Yoichis Gesicht mit beiden Händen und küsste ihn rau und forsch, ohne einen einzigen Anflug von Zärtlichkeit oder Liebe. Dabei wurde Yoichi so stark festgehalten, dass er das Gefühl hatte, zerquetscht zu werden. Durch diese Schroffheit aus seiner Schockstarre befreit, schaffte er es nun endlich, sich zur Wehr zu setzen und ohrfeigte seinen Angreifer mit solcher Wucht, dass seine Handfläche vor Schmerz förmlich in Flammen stand.
Sein Gegenüber wich zurück, hielt sich eine Hand an die getroffene Wange und sah ihn abschätzig an. „Tu nicht so vornehm. Tu nicht so, als hättest du das nicht gewollt. Das ist doch der einzige Grund, warum du uns überhaupt von deiner Homosexualität erzählt hast.“

Yoichis in Scherben liegendes Herz wäre von dieser Aussage eigentlich fatal getroffen und unwiederbringlich zerstört worden, doch die Worte prallten einfach an ihm ab. Während er zuvor noch die Echtheit seines besten Freundes abwägen musste und ernsthaft verletzt worden war, konnte er durch diese groteske Aktion, die das Fass zum Überlaufen brachte, nun eine klare Linie ziehen. Er kannte diese Formulierungen zu gut, hatte sie schon viel zu oft in seinem Inneren widerhallen hören. Der Grund dafür war simpel: „Du bist nicht Junichi! Junichi würde mich niemals ihrzen und er würde mich auch niemals ernsthaft verspotten, schon gar nicht wegen meiner Sexualität! Du weißt nicht, was wir schon alles durchgestanden haben und du weißt auch nicht, was er denkt. Du bist bloß die Summe aus all meinen Ängsten und dem Gerede meiner Eltern! Immer wieder haben sie diesen Unsinn von sich gegeben, damit sie mich verunsichern und von meinen Freunden wegreißen, die ihnen nicht gepasst haben! Aber ich werde dir, nein, ich werde ihnen niemals die Überhand lassen! Du bist einfach nur eine billige Kopie von Jun, eine Puppe mit seinem Gesicht!“
Obwohl es ihm unmöglich schien, verfinsterte sich die Miene seines „Freundes“ noch mehr. „Wenn du möchtest, kannst du dir diese Wunschvorstellung gern weiterhin bewahren, kleiner Prinz. Aber sei dir sicher, dass deine kindischen Hoffnungen früher oder später verfliegen werden. Dein peinlicher Zusammenbruch war erst der Anfang. Eines Tages wirst du dich der Wahrheit stellen müssen. Du wirst einsehen müssen, dass deine Freunde nichts mehr mit dir zu tun haben wollen.“
„Junichi“ lachte schrill. „Und an dieser Einsicht wirst du endgültig zugrunde gehen.“
Yoichi allerdings blieb standhaft, ein herausforderndes Lächeln zierte seine Lippen. „Das werden wir ja sehen.“


Die trügerischen Worte des Junichi-Doubles hallten noch in seinem Kopf nach, als er langsam erwachte. Erneut lag er in einem Bett und als er seinen Kopf hob, erblickte er abermals verschwommen eine Gestalt, die auf seinem Fensterbrett saß. Reflexartig streckte er seine Hand nach ihr aus. „Jun!“
Doch schnell wurde seine Sicht klarer und ließ ihn in seiner Bewegung verharren. Das war nicht Jun. Es war auch nicht sein Fake. Dort am Fenster saß ein Fremder.
Moonlight griff sich an den Kopf wegen des Schwindelgefühls, das er durch all diese merkwürdigen Vorkommnisse verspürte. Er wusste einfach nicht mehr, was Realität und was Traum war. Aber er erinnerte sich daran, diesen Mann schon einmal gesehen zu haben … War er es nicht, der ihn vorhin hatte beruhigen wollen, als er so geweint hatte? Die Erinnerung an das Geschehene versetzte seinem Herzen einen Stich. „Das ist also tatsächlich passiert …“
Moonlight nahm den überraschten Blick, der auf ihm lag, wahr und versuchte, sich seinem Retter zu erklären: „Verzeihung, ich habe Sie verwechselt … Aber bitte machen Sie sich keine Sorgen um mich, es geht mir nun besser. Ich weiß, was ich zu tun habe. Ich werde diesem Fake beweisen, dass ich recht habe und ich werde zu meinen Freunden zurückkehren, koste es, was es wolle.“
Während er diese Worte aussprach, wuchs die Entschlossenheit in ihm noch weiter an. Er würde sein Ziel definitiv erreichen.
Dem Blick seines Gegenübers zufolge schien der von seiner Antwort nicht weniger verwirrt zu sein, eher im Gegenteil. „Ich hab zwar keine Ahnung, wovon du sprichst aber es freut mich, wenn es dir etwas besser geht. Jedoch solltest du lieber noch nicht sofort aufstehen. Du machst den Anschein als sei dir noch etwas schwindelig. Aber darf ich fragen, wie du das schaffen willst? Also wie willst du zu deinen Freunden zurück? Hast du schon einen Plan? Oder was willst du jetzt machen?“
Einen Plan … da war was dran. Er wusste, dass er hier rauswollte, aber wie genau wollte er dieses Ziel überhaupt erreichen?
„Sag mal Junge, wie heißt du eigentlich? Ich heiße übrigens Shadow und diese weiße Riesenkatze hier ist mein treuer Begleiter Milk.“
Weiße Riesenkatze? Er folgte Shadows Finger, der auf etwas an seinem Bettrand zeigte. Da sah er es. „Riesenkatze“?! Das war ein Tiger! EIN TIGER! Moonlight wich sofort zurück, leider etwas zu ruckartig, sodass er aus dem Bett fiel und auf den Boden polterte. Trotzdem hatte er noch nicht das Gefühl, genug Abstand zu dem Tier zu haben und kroch immer weiter zurück, bis er schließlich zu beiden Seiten Wände neben sich hatte, er saß in der Ecke fest.
„D-d-der Ti-tiger t-tut mir auch n-nichts-s?“, brachte er kaum hörbar und merklich zitternd hervor. Er bekam zwar mit, dass Shadow mit ihm redete, aber was er sagte, erreichte ihn nicht. Der Grund dafür war, dass der Tiger offenbar Notiz von ihm genommen hatte und auf ihn zuging. Mit jedem Schritt, den er tat, spürte er sein Herz schneller rasen und er wusste nicht, was er tun sollte. Als der Tiger ihn fast erreicht hatte, nahm er schützend die Arme vors Gesicht und fing vor Panik an zu schreien. „Nein! Hilfe! Jun, hilf mir!“
Er konnte kaum glauben, dass er so sein Ende finden würde, ohne irgendetwas herausgefunden zu haben, zerfleischt von einem Tiger. In was war er da nur hineingeraten?


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#36 Am 04.08.2022 um 01.59 Uhr

Obsidiangarde
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Am Hafen Port Aurelis →  alleine / In Holodar auf dem großen Platz vor dem Rathaus →  alleine, später mit Anthalia und Fang


Nach wenigen Sekunden ist von dem hohem Ton nichts mehr zu hören, doch stattdessen höre ich ein Geräusch, das wie das Rauschen des Meeres klingt. Dadurch, dass mir nun auch Geruch als würde ich mich auf einem Steg am Meer befinden, in die Nase steigt, könnte man wirklich meinen, dem wäre so.
Was natürlich nicht sein kann, schließlich befinde ich mich doch noch in meinem Zimmer. Da mir so schwindelig ist, handelt es sich ganz sicher um ein Hirngespinst. Hat Arthur irgendwelche lustigen Sachen ins Frühstück gemischt oder warum zur Hölle fantasiere ich so dermaßen realistisch?
Prompt schlage ich meine Augen auf, in der Hoffnung, dass mir doch nicht sämtliche Sinne einen Streich spielen können. Doch auch mein Sehsinn ist wohl der Meinung, dass ich mich auf dem Steg eines Hafens befinde.
Ein Hafen, der mich verdächtig stark an den Hafen Port Aurelis, an dem ich mich befand, bevor ich mich gestern aus SAO ausgeloggt habe, erinnert. Ich war dort, um die ein oder andere Ware günstig zu ersteigern, wobei ich gerne das Risiko einging, dass die Quelle der Ware nicht immer eine ganz reine war. Man muss nun einmal auch Risiken eingehen. Vor allem, wenn man sich in einem Videospiel befindet, wo einen die Konsequenzen eher minder im echten Leben beeinflussen.
Ich bin so dermaßen in meinen Gedanken versunken, dass mir erst jetzt auffällt, dass ich bis dato am Boden des Stegs gelegen habe, weswegen ich mich nun aufrapple.
Sogleich halte ich inne. Irgendetwas fühlt sich anders als sonst an. Klar sollte mich das jetzt nicht mehr großartig wundern, schließlich bildet sich mein Gehirn ja gerade ein, ich wäre in SAO am Port Aurelis – doch da ist noch etwas anderes. Mein Körper kommt mir definitiv leichter vor und auch die Kleidung kommt mir enger und fester zugleich vor als es je eine Kleidung, die ich getragen habe, gewesen ist.
Instinktiv blicke ich an mir herab und tatsächlich: Mein Körperbau wirkt definitiv femininer und die Kleidung erinnert mich an die meines Charakters Shayra. Das kann doch alles kein Zufall mehr sein. So viel kann ich mir dann doch wieder nicht einbilden. Nur wie kann es dann sein, dass ich mit tatsächlich als mein Charakter in SAO befinde? Das ist doch technisch nicht einmal möglich! Ich habe mich zwar ins Spiel eingeloggt und heute wirkte es tatsächlich anders als sonst, doch selbst wenn – es ist doch technisch nicht einmal möglich, dass die Entwickler von SAO es programmiert haben, dass sich die Spieler nach dem Patch in dem Spiel befinden.
Abrupt halte ich inne… Angenommen, es wäre doch möglich: Würde das nicht heißen, dass auch andere Spieler, die sich eingeloggt haben, in dem Spiel sind? Ich könnte versuchen, jemanden aufzugabeln und auszufragen, in der Hoffnung, er wüsste mehr als ich.
Motiviert gehe ich also los und mache mich auf die Suche nach anderen Spielern, noch immer nicht recht wissend, ob das Ganze denn jetzt ein Hirngespinst meinerseits ist oder ob die IT-Branche tatsächlich das unmöglich Gedachte geschafft hat zu programmieren.

Doch weit soll ich nicht kommen, denn erneut wird alles um mich herum Schwarz. Erleichtert atme ich aus. Vermutlich komme ich jetzt wieder zurück in die Normalität, nachdem mich mein Gehirn für ein paar Minuten zum Narren halten wollte.
Als ich meine Augen nach wenigen Sekunden also wieder öffnen kann, ohne nur Schwärze zu erblicken, erwarte ich mein Zimmer vor mir.
Doch das wäre wohl zu viel zu erwarten gewesen, denn der Ort, an dem ich mich nun befinde, erinnert mich verdächtig stark an Holodar, die Hauptstadt von SAO. Neben mir nehme ich massenweise Charaktere wahr, die, ihrem irritierten Gesichtsausdruck zufolge, wohl ebenfalls Spieler sind, denen dasselbe widerfahren ist. Wenigstens hätte ich jetzt die Gelegenheit, andere Spieler zu fragen, ob sie wüssten, was hier abginge, doch wenn man ihren Blicken trauen darf, wäre das nur verschwendete Zeit. Keiner von ihnen wirkt als hätte er einen Plan, was gerade abgeht.
Passend zu meiner Stimmung, verdunkelt sich sogleich der Himmel. Die dazukommenden Blitze sowie die Kälte tragen nicht unbedingt dazu bei, meine Laune zu heben.
Als dann ein Sensenmann zu reden beginnt, lausche ich einfach ergeben mit gemischten Gefühlen.
Das kann doch nicht wahr sein? Ich bin jetzt ernsthaft in diesem Spiel sowie diesem Charakter gefangen? Als ich mir manchmal dachte, ich würde doch gerne mal in diesem Charakter sein, meinte ich das eigentlich anders. Anscheinend zahlt mir Karma diesen Gedanken nun gehörig heim.
Nicht nur dass ich jetzt in diesem Charakter gefangen wäre, hängt mein Leben jetzt auch noch davon ab, ob ich keinerlei Fehler beim Kämpfen begehe und wenn ich mich dazu entscheide, lieber die ganze Zeit in Sicherheit in der Hauptstadt zu verbringen, käme ich nie wieder zurück und würde nie wieder Arthur oder sonst wen wiedersehen? Das kann doch nur ein schlechter Scherz sein!
Die Worte des flauschigen Wesen, das sich Succuro schimpft, beruhigen mich da keineswegs. Ganz im Gegenteil: Wie zur Hölle soll ich es hinkriegen, die Zauber, die mein Charakter früher manchmal gewirkt hat, zu wirken? Auf diese Fähigkeit werde ich nun wohl verzichten müssen, denn auch, wenn ich nur manchmal genauer beim Wirken des Zaubers auf ihre Hände geschaut habe, so hat es doch abermals ziemlich komplex auf mich gewirkt. Ein Glück, dass mein Hauptfokus dann doch auf Bogenschießen liegt. Das und den Umgang mit den Dolchen sollte ich schon hinkriegen und auf die Feuermagie werde ich schon verzichten können.
Bei der Erwähnung der Menüs, folge ich den Erklärungen synchron, um mich mit der merkwürdigen Bedienung vertraut zu machen. Da haben sich die Entwickler ja was einfallen lassen.
Sogleich kommt mir mein Vater in den Sinn. Er ist ja einer von ihnen. Also muss er doch davon gewusst haben. Ist das der Grund, warum er mich immer davon abhalten wollte, SAO zu spielen? Ich schlucke schwer. Wenn ja, kann ich ihn nun endlich verstehen. Aber woher hätte ich denn auch ahnen können, dass eines Patches SO ETWAS passiert? Er hätte mir doch gleich sagen können, was genau sie geplant haben. Damit hätte er mir das Spiel sogar ausreden können. Wusste er also etwa nichts davon oder durfte er das einfach nicht sagen?
Alsdann verabschiedet sich das Maskottchen von uns und lässt uns ratlose Spieler zurück.
‚Ohne Gruppe werde ich es wohl schwer schaffen‘, denke ich mir, während ich einen Blick in meine gähnend leere Freundesliste werfe. Sämtliche Kontakte lösche ich, sobald sich die Anliegen erledigt haben, und da ich gestern erst mit einer Gruppe mit einem Raid fertig geworden bin und wir alle bekommen haben, was wir brauchten, konnte ich meine Freundesliste um die Leute erleichtern. Und schon wieder schlägt hier wohl Karma zurück für meine Art, meine Freundesliste so knapp wie nur irgend möglich zu halten. Jetzt käme es mir nämlich nur mehr als gelegen, irgendwen kontaktieren zu können, mit dem ich schon mal zusammengearbeitet habe.

Als ich das Menü schließen will, sticht mir eine neue Nachricht ins Auge.
Komisch, ich habe doch niemanden mehr, der mich anschreiben könnte. Wer soll mir also schreiben?
Meine Frage erübrigt sich als ich den Absender lese – „Technischer Support“.
Die einzigen Male, das dieser mich anschrieb, war, wenn ich ein Ticket eröffnet habe, aber mein letztes wurde bereits längst beantwortet.
Neugierig klicke ich also die Nachricht an.
„Lieber Thomas!
Ich habe dich davon wohl echt nicht abhalten können. Da ich die Nachricht kurz vor Einspielen des Patches verschickt habe, wird es beim Lesen bereits zu spät sein. Falls du dich fragst, warum ich dich nicht zuvor kontaktiert und dir vom Patch erzählt habe – ich darf es nicht. Deswegen habe ich dich auch stets vorm Spiel gewarnt, ohne es zu begründen. Und bis vorhin dachte ich, du hättest dich daran gehalten. Selbst diese Nachricht dürfte ich dir eigentlich nicht schicken und ich hoffe, dass mein Arbeitskollege vom technischen Support, der gerade in der Raucherpause ist, davon nichts mitbekommt. Da ich jetzt absolut nichts mehr tun kann, um dich vor meiner schlimmsten Befürchtung abzuhalten, bleibt mir nichts anderes mehr übrig als dir noch viel Glück zu wünschen und zu hoffen, dass du das Ganze überlebst.“

Was zur Hölle? Nach Lesen der Nachricht hat es mir nun komplett die Sprache verschlagen. Hat sich mein Vater jetzt ernsthaft in der Raucherpause eines Arbeitskollegen an seinen Arbeitsplatz gemogelt, um mir diese Nachricht zu hinterlassen? Da er sich trotz einer Begrüßung nicht einmal mehr wirklich verabschiedet hat, hat er es am Ende wohl ziemlich eilig gehabt. Und sich nur unnötig einem Risiko ausgesetzt, denn auch wenn die Nachricht ja ganz nett sein mag – sie bringt mir nichts außer noch mehr Gewissensbissen als ich sie zuvor schon hatte, weil ich SAO zu spielen begann. Danke auch, Vater.

Mürrisch schließe ich die Nachricht und blicke mich auf dem bereits ziemlich geleerten Platz nach potentiellen Kooperationspartnern um, denn alleine werde ich definitiv nicht weit kommen.
Prompt stechen mir ein Ork, der verzweifelt am Boden liegt, sowie eine Laguz, die ihn wohl zu beschwichtigen versucht, ins Auge. Zwar wirkt der Ork nicht gerade als hätte er allzu viel Erfahrung, dafür wirkt die Laguz umso kompetenter, weswegen es vorerst wohl nicht verkehrt wäre, zumindest mit ihr ein Team zu bilden. Schnellen Schrittes gehe ich also auf die beiden zu.
„Hallo, ich bin Tho-, äh, Shayra. Sucht ihr vielleicht noch nach einem Teammitglied oder so?“, spreche ich die beiden an, wobei ich beim Klang meiner eigenen Stimme zusammenzucke. Auch wenn der Klang der Stimme mehr zu meinem jetzigen äußeren Erscheinungsbild zu passen scheint, so kommt es mir dennoch nur mehr als falsch vor, dass solche Töne meinen eigenen Mund verlassen. Daran werde ich mich definitiv noch gewöhnen müssen.


Meine Suche | Signatur von Neli <3
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#37 Am 07.08.2022 um 01.26 Uhr

Lichtgarde
Yuzana
Kitsune-Mod
Yuzana
...
Nachrichten: 170

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im Wirtshaus ‚Zur rostigen Axt‘ → Moonlight und Milk


Während ich immer noch in Gedanken versunken und vor Schmerz und Sehnsucht nach meinem verstorbenen Freund war, wurde ich plötzlich von einer Stimme aus diesen gerissen. Denn ohne Vorahnung wurde der Junge wach und sprach mich plötzlich mit einem völlig falschen Namen an. Weshalb ich mich sofort überrascht umdrehte und den Jungen ansah. Sofort bemerkte ich, wie der Junge sich an den Kopf fasste. Anscheinend war ihm immer noch leicht schwindelig. Gerade als ich ihm sagen wollte, dass er lieber noch nicht aufstehen und sich schonen sollte, ergriff der Junge sofort das Wort. Doch als ich seine Worte vernahm verstand ich nur Bahnhof. Was meinte der Junge mit Fake? Ist er jetzt etwa verrückt geworden oder war er es schon immer? Habe ich etwa einen Irren aufgesammelt? Obwohl es eigentlich ganz normal wäre, wenn man in dieser Situation, in welcher wir uns gerade befanden, den Verstand verlor. Denn alles hier war so unreal, dass man es nicht glauben konnte. „Ich hab zwar keine Ahnung, wovon du sprichst aber es freut mich, wenn es dir etwas besser geht. Jedoch solltest du lieber noch nicht sofort aufstehen. Du machst den Anschein als sei dir noch etwas schwindelig.“ begann ich nun das Wort an den Jungen zu richten, obwohl ich immer noch mehr als verwirrt über dessen Worte war. „Aber darf ich fragen, wie du das Schaffen willst? Also wie willst du zu deinen Freunden zurück? Hast du schon einen Plan? Oder was willst du jetzt machen?“ fügte ich fragend hinzu und schloss mein Freundesmenü. Anschließend drehte ich mich direkt zu dem Jungen um, ließ ein Fuß nach unten baumeln, während ich den anderen auf die Fensterbank setzte und meinen Arm drauf legte. „Sag mal Junge, wie heißt du eigentlich?“ Wollte ich wissen. „Ich heiße übrigens Shadow und diese weiße Riesenkatze hier ist mein treuer Begleiter Milk.“ fuhr ich fort und stellte mich und meinen Begleiter vor.

In dem Moment, als der Junge meinen Begleiter sah, schien dieser sich zu erschrecken und fiel vor Schreck auch noch aus dem Bett. Ein Schauspiel was sehr amüsant anzusehen war. Vor allem wie er auf den Boden in die hinterste Ecke kroch, war sehr amüsant. Weshalb mir fast ein herzhaftes lautes Lachen entwich. Zum Glück schaffte ich es mit aller Kraft, nicht zu lachen, was mir wirklich nicht leicht fiel. Milk der das Ganze nur mit einem fragenden Blick betrachtete, erhob sich und trottete nun auf den Jungen zu. „Keine Angst. Milk ist mein Kampfbegleiter und ganz zahm. Du brauchst also keine Angst vor ihm haben. Er wird dir nichts tun. Immerhin hat er die ganze Zeit auf dich aufgepasst, also du in Ohnmacht warst.“ antwortete ich mit einem leichten Lächeln, da dieser Anblick immer noch mehr als amüsant war. Vor allem weil Milk einfach so auf den Jungen zutrottete und nicht wusste, was los war. „Wenn du willst, kannst du ihn auch ruhig mal streicheln. Er ist ganz warm und weich.“ fügte ich hinzu, als Milk sich vor das zitternde Häufchen Elend gesetzt hatte und dieses immer noch fragend ansah. Doch ab und zu, sah Milk mich zwischendurch fragend an, da er nicht verstand was los war.
Doch anstatt Milk zu streicheln oder mir zu antworten, begann der Junge seine Arme schützend vor sein Gesicht zu halten und schrie ganz laut nach dem Namen seines Geliebten und bat ihn um Hilfe. Es war so, als hätte er meine Worte komplett ignoriert. Leise begann ich zu Seufzen. Ich war zwar nicht sein Geliebter. Auch wenn er mich mit ihm verwechselt und mich sogar mit dessen Namen angesprochen hatte und pfiff kurz. Sofort sah Milk mich an und kam auf mich zugelaufen. Bei mir angekommen, setzte er sich vor meine Füße und ließ sich von mir streicheln. Anschließend sah ich zu dem Jungen. „Hey Junge, du kannst dich wieder beruhigen und die Arme runter nehmen. Milk ist jetzt bei mir.“ Richtete ich das Wort an dieses zitternde Etwas und sprang von dem Fensterbrett. „Also dann. Ich werde mich jetzt aber auch mal verabschieden. Dir scheint es ja wieder gut zu gehen. Du kannst gerne heute hier übernachten. Ich habe das Zimmer für eine Nacht bei Venca gebucht. Also dann, viel Glück auf deiner Mission.“ sagte ich und gab Milk das Zeichen zum Aufbruch. Gerade als ich mit Milk den Flur betreten hatte und Richtung Treppe lief, hörte ich auf einmal wie jemand ein „Warten Sie!“ schrie. Etwas überrascht blieb ich stehen und drehte mich in die Richtung, aus der das Rufen kam. Auf einmal tauchte der Junge vor mir auf und begann urplötzlich meine Fragen zu beantworten. „Ich heiße Yo-, ähm, Moonlight. Ich habe keine Ahnung, wie ich hier rauskommen soll, um ehrlich zu sein. Es läuft wohl darauf hinaus, alle Bosse zu besiegen, wenn ich die Ansprache vorhin nicht falsch verstanden habe. Aber allein kann ich das nicht. Und … ich möchte nicht mehr allein sein. Also bitte … bleiben Sie bei mir.“

Nachdem er geendet hatte, begann sich Moonlight vor mir zu verbeugen. Ich verstand nicht genau warum er das tat, immerhin war ich auch nur ein Spieler wie er und nichts Besonderes. Ein Spieler den er bis gerade eben noch vollkommen ignoriert hatte. Doch nun stand er vor mir und bat mich, ihn nicht allein zu lassen und bei ihm zu bleiben. Eine Bitte, die mich nun doch leicht grinsen ließ. Der Junge war irgendwie sehr amüsant und schien wirklich die verschiedensten Seiten zu haben. Weshalb ich es mir einfach nicht nehmen ließ, ihn ein bisschen zu Ärgern. Sofort ging ich näher an Moonlight heran, legte einen Arm um seine Hüften und hob mit der noch freien Hand sein Gesicht an, sodass er mir in die Augen sehen musste. Dabei fiel mir dann auch sein rotes Gesicht auf. Ein Gesicht mit dem ich wirklich nicht gerechnet hatte und was mich noch mehr dazu verleitete, ihn zu ärgern. Deshalb kam ich dem Jungen etwas näher und drückte ihn nun sanft an meinen Körper. „Soso, ich soll dich also nicht allein lassen und bei dir bleiben? Doch sag mir, was genau möchtest du denn mit mir machen, wenn ich bei dir bleibe?“ wollte ich wissen und ging an sein Ohr. „Willst du von mir berührt und gestreichelt werden? Oder möchtest du mit mir das Bett teilen und eine heiße Nacht mit mir verbringen?“ fügte ich hauchend hinzu. Anschließend sah ich ihn wieder mit einem Grinsen in die Augen. Sofort wurde das Gesicht des Jungen noch röter, was mir zeigte, dass meine Worte wirkten. „D-das!! Nein! Was sagen Sie denn da, wir kennen uns doch kaum, ich, ich“ begann der sofort zu stottern und versuchte mich von sich wegzudrücken. „Seit wann spielt das denn eine Rolle? Es gibt genug Menschen, die so etwas machen, auch wenn sie sich gerade erst begegnet sind. Und vergiss nicht, dieses Angebot kam ja von dir. Also scheint es dich doch gar nicht so zu stören. Oder?“ erwiderte ich mit einem leicht amüsierten Ton. Es machte wirklich Spaß, den Jungen zu ärgern, da er seine Reaktionen einfach erfrischend waren. Sie brachten in der trostlosen Situation wenigstens etwas Freude.

Wie zu erwarten war, stritt der Junge sofort ab, mir irgendwelche Angebote gemacht zu haben und begann seine Worte zu erklären. „Nein!! Ich möchte doch nur mit Ihnen gegen die Bosse kämpfen. Sie haben da was missverstanden. Bitte, lassen Sie mich los.“ bat er mich nun. Noch einmal beugte ich mich etwas zu ihm runter und schnipste Moonlight sanft gegen dessen Stirn. „Kein Sorge, ich wusste, dass es nicht so ein Angebot ist. Doch konnte meine deine Worte auch einfach nur komplett falsch deuten, weshalb ich dich gerade etwas ärgern musste.“ ergriff ich das Wort und ließ und nun vorsichtig los. Immerhin wollte ich nicht, dass er vor Schreck wieder unsanft auf den Boden fiel. „Du brauchst übrigens keine Angst zu haben. Ich bin niemand, der einfach so über jemanden herfallen würde. Egal ob man mir so ein unmoralisches Angebot machen würde oder nicht. Denn ich würde nie mit jemand intimer werden, den ich zum einen nicht kenne und zum anderen keine tieferen Gefühle haben. Deswegen musst du dir auch keine Sorgen machen. Ich werde dir nichts antun und etwas machen, was du nicht willst.“ fügte ich hinzu und sah meinem Gegenüber mit einer etwas ernsteren Miene an. „Aber sag mal, warum siezt du mich eigentlich? Ich habe dir doch bereits gesagt das ich Shadow heiße. Also kannst du mich ruhig auch duzen, Moonlight. Zumindest, so lange wie wir hier in dem Spiel Gefährten sind und Seite an Seite kämpfen. Oder geht das nicht?“ wollte ich wissen. „Es ist doch normal, jemanden, den man nicht kennt oder der älter ist, zu siezen, solange man nicht explizit die Erlaubnis zum Duzen bekommt. Alles andere wäre doch unhöflich? Und Sie – äh – du bist doch auch ein Mensch. Wieso sollten die Regeln da anders sein, nur weil wir plötzlich in diesem Spiel gefangen sind?“ antwortete er mir direkt und ließ einen Unterton von Verwirrtheit mit sich klingen. Es hatte den Anschein, als würde ich hier mit einem sehr vornehmen und reichen Jungen reden. Es war als würde er nicht ganz in dieses Spiel passen. Sicher kam er aus einer komplett anderen Welt als ich. Jedoch war es sehr überraschend, dass so ein vornehmer und höflicher junger Mann wie er es war SAO spielte und vor allem das er sich mit so jemanden wie mir abgab. Trotzdem konnte ich seine Meinung nicht ganz nachvollziehen und auch nicht vertreten. Was aber vielleicht daran lag, weil ich so anders war, als er. Gerade als ich ihm antworten wollte, fügte er auch schon etwas schüchtern hinzu. „Aber … ähm … dein Tiger, Milk, richtig? Ich schätze, wenn wir ein Team sein wollen, sollte ich mich auch mit ihm vertragen. Vorhin hast du ihn zurückgepfiffen. Er ist also wirklich zahm? Ich muss keine Angst haben, dass er mich angreift?“. Dabei vermied er den direkten Blickkontakt mit meinem tierischen Begleiter, wodurch mir ein leichter Seufzer entwich.

„Du irrst dich …“ begann ich und noch bevor der Junge fragen konnte, worin er sich irrte, fuhr ich mit meinen Worten fort. „Es stimmt zwar, dass es im normalen Leben so ist, dass man Leute die man nicht kennt oder älter sind siezt. Doch dies trifft nicht auf SAO zu. In SAO sind alle gleich. Hier ist es egal, aus welchem Stammbaum man stammt. Ob man aus armen Verhältnissen oder aus reichen Verhältnissen stammt. Es ist egal wie alt man ist, ob man sich kennt oder man ein Fremder ist. Hier sind wir alles Spieler. Deswegen muss man sich auch nicht siezen. Zumindest sehe ich das so. “ beendete ich meine Erklärung und schenkte dem Jungen vor mir ein freundliches Lächeln, was weder gespielt noch unecht war. „Weißt du, mir ist es auch egal aus welcher Familie du stammst. Das Einzige was für mich zählt, ist die Person bzw. der Spieler vor mir. Denn du bist du und das ist was für mich zählt. Deswegen musst du mich auch nicht siezen. Auch wenn ich vielleicht älter bin oder für dich fremd. So sind wir doch beide Menschen bzw. Spieler. Wir haben noch genug Zeit uns kennenzulernen. Deswegen hör bitte auf mich zu siezen.“ kam es mit freundlicher Stimme von mir und sah anschließend kurz zu Milk. „Aber was Milk betrifft, da hast du recht. Wie bereits erwähnt, ist Milk total zahm und tut niemanden etwas. Er ist mein tierischer Begleiter und hört nur auf mein Wort. Milk wird nur für den Kampf eingesetzt oder als Reittier. Zumindest war es früher so. Jetzt wo wir mit diesem Spiel eins geworden sind, scheint Milk auch einige neue Wesenszüge dazugewonnen zu haben und verhält und reagiert viel ausgeprägter und intensiver auf mich. Er scheint nun auch viel realer zu sein als vorher. Vor allem, weil er sich genauso warm und weich anfühlt, wie ein echter Tiger. Deswegen weiß ich auch nicht, ob ich ihn im Kampf noch genauso einsetzten kann. Früher konnte man ihn ohne Probleme wiederbeleben, wenn er im Kampf gefallen war. Doch weiß ich nicht, ob es jetzt auch noch so ist. Weswegen ich ihn wohl auch nur noch zum Reiten nutzen werde und bei Monstern die unter seinem Level sind.“ beantwortete ich seine Frage, in der Hoffnung, dass er nun meinen Worten Glauben schenkte. Milk der das Ganze ruhig an meiner Seite verbracht hatte, gähnte ausgiebig, streckte sich kurz und lief seelenruhig an Moonlight, ohne ihn zu beachten, vorbei und ging ins Zimmer zurück. Dort legte er sich in eine Ecke und schloss die Augen. Durch diese Aktion musste ich kurz lächeln und sah mein Gegenüber an. „Sag wollen wir es Milk gleich tun und ebenfalls zurück ins Zimmer gehen? Ich denke es ist besser dort unser Gespräch weiter zu führen, statt es hier im Flur zu tun, wo uns alle zuhören können. Oder möchtest du hier draußen bleiben?“ wollte ich von Moonlight wissen.

„Oh, ja, natürlich. Lass uns zurückgehen“ antwortete er leicht beschämt, was mich leicht schmunzeln ließ. Ohne ein Wort folgte ich Moonlight und sah dann zu, wie dieser sich im Zimmer vorsichtig vor Milk setzte. Eine Geste die mich überraschte. Ich hatte mit allem gerechnet aber nicht damit, dass er sich zu Milk setzten würden und sich bei meinem treuen Vierbeiner entschuldigt. Anschließend drehte er sich zu mir um und teilte mir mit, dass er gerne Milk streicheln würde, sich aber nicht traute. Eine Aussage, dich mich kurz zum lachen brachte. Der Junge war wirklich eine Nummer für sich. Es war wirklich erfrischend, wie unschuldig Moonlight doch war. Er brachte mich immer wieder zum Schmunzeln und zum Lachen. Etwas, was ich schon lange nicht mehr getan hatte. Doch als er mich fragte, ob ich ihn vielleicht helfen könnte, damit er es schaffte Milk zu streicheln, ging ich auf den Jungen zu, hockte mich leicht neben ihn, aber so, dass ich immer noch hinter ihm war. Anschließend legte ich eine Hand leicht um seinen Rücken, während die andere die Hand von Moonlight nahm. „Ganz ruhig. Hab keine Angst. Milk wird dir nichts tun.“ erwiderte ich, während ich langsam Moonlights Hand zu Milks Fell führte. Langsam legte ich die Hand auf Milks Rücken und ließ sie durch Milks Fell gleiten. Während ich dies Tat, begann Milk leise zu schnurren und mit einem sanften Lächeln, sah ich den schwarzhaarigen Jungen an. „Siehst du? Milk tut dir nichts. Es gefällt ihm sogar. Hörst du wie er schnurrt?“ fragte ich mein Gegenüber und ließ nun Moonlights Hand los, damit er Milk von alleine streicheln konnte. Auch nahm ich meinen Arm wieder weg und hockte mich nun direkt neben Moonlight und beobachtete das Ganze. Ich war mir sicher, würde ich jetzt gehen, dann würde der Junge wieder in Panik geraten und nach seinem Geliebten Jun rufen. Eine Panik die zwar unbegründet war, ich aber trotzdem verhindern wollte. So beobachtete ich eine ganze Weile den schwarzhaarigen Jungen, bis dieser mit Gähnen anfing. „Ich glaube, wir sollten allmählich schlafen gehen. Morgen wird bestimmt ein anstrengender Tag …“ Bei diesen Worten begann ich breit zu grinsen, legte meine Hand um Moonlights Hüfte und drückte ihn leicht an mich. Anschließend legte ich meine Hand unter dessen Kinn und hob es leicht an. „Wenn du das wirklich willst, können wir sehr gerne zusammen schlafen. Ich werde ich dann ganz sanft festhalten und genauso sanft und zärtlich an meinen Körper pressen, damit keiner von uns aus dem Bett fällt. Immerhin ist es ja ein Einzelbett und für zwei Personen etwas eng. Aber keine Angst ich werde ganz sanft sein.“ Erwiderter ich, wobei ich den letzten Satz in Moonlights Ohr hauchte. Es machte mir einfach Spaß den Jungen zu necken. Ich war mir sicher, dass er wieder mehr als witzig reagieren würde, so unschuldig er war. Entweder waren Jun und er noch nicht so weit gegangen oder Jun war sein erster Freund, mit dem er je eine Beziehung hatte.

Leider reagierte er alles andere als erwartet. Stattdessen wurde er nur rot und antwortete mir mit zittriger Stimme. „Ich weiß genau, dass du das nicht so meinst, das hast du vorhin gesagt!“ Eine Antwort die mich innerlich vor Enttäuschung seufzen ließ. Jedoch ließ ich mir nichts davon anmerken, da ich ihn schon genug geärgert hatte. Doch das zeigte mir nur, dass der Junge nicht auf den Kopf gefallen war. Eine tolle und positive Eigenschaft. Langsam ließ ich Moonlight wieder los. „Da hast du mich wohl ertappt.“ antwortete und setzte mich auf. Anschließend setze ich mich direkt zu Milk. „Keine Sorge, ich werde hier bei Milk schlafen und du kannst im Bett schlafen. Mich stört es nicht hier auf den Boden zu schlafen, immerhin habe ich ein sehr warmes und weiches Kissen. Außerdem gibt es noch eine zusätzliche Decke, die ich nutzen kann. Aber du hast nicht komplett recht. Ein bisschen irrst du dich, was mich angeht. Ich würde dir wirklich nichts tun, da hast du recht. Doch irrst du dich, was das andere angeht. Ich hätte dich wirklich ganz vorsichtig und sanft in meinen Armen gehalten und wäre auch sehr sanft zu dir gewesen. Aber auf einer ganz neutralen Ebene und nicht auf der sexuellen Basis. Denn ich halte mein Wort und würde dir nichts antun. So ein Mensch bin ich nicht.“ fügte ich anschließend hinzu. Ich wusste, dass ich gerade viel zu ehrlich zu Moonlight war aber das störte mich nicht. Entweder akzeptierte er mich so wie ich bin oder nicht und wir gingen getrennte Wege. „Aber sag mal, was hast du eigentlich für morgen geplant?“ wollte ich wissen. Es war wichtig, dass wir jetzt darüber redeten, da wir so besser an einem Strang ziehen und als Gruppe zusammenarbeiten konnten. „Ich für meinen Teil hatte überlegt, wieder bei den kleinen Monstern anzufangen und uns durch die Lycia Plains schlagen. So können wir nämlich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen. So lernen wir das neue Kampfsystem zu verstehen und zugleich lernen wir uns besser kennen und können uns aufeinander abstimmen.“ erklärte ich ihm meine Überlegungen und war gespannt, was seine Pläne waren und wie wir diese mit meinen verbinden konnten. Denn als Gruppe war es wichtig, dass alle gleich behandelt wurden und niemand zu kurz kam. Zudem war mir auch Moonlights Meinung und Gedanken wichtig, da er nun mein neuer Teamkollege war.
Zu meiner Überraschung, schien Moonlight keine anderen Pläne zu haben und stimmte meinem Plan zu mit den Worten „Klingt nach einem guten Plan. Wenn wir die Bosse besiegen wollen, müssen wir ein eingespieltes Team sein. Und ich muss unbedingt hier raus, egal, wie lange es dauern mag“ zu. Worte die mich innerlich Schmunzeln ließen, da ich mir denken konnte, warum er so schnell wie möglich wieder hier raus wollte. Denn im Gegensatz zu mir, wartete im Reallife sein Geliebter auf ihn. Da war es nur verständlich, dass er so schnell wie möglich wieder in dessen Armen liegen wollte. Ein Wunsch den ich vollkommen nachvollziehen aber nicht teilen konnte. Auf mich wartete niemand und ich konnte auch niemanden in die Arme schließen. Denn die Person, die ich begehrte und in den Armen halten wollte, liebte mich nicht und zudem auch nicht mehr am Leben. Das war auch der Grund, warum ich eigentlich für immer in SAO bleiben wollte. Hier hatte ich noch Milk. Durch ihn wurde ich immer wieder an Akira erinnert. Doch im Reallife hatte ich, bis auf meine Erinnerungen, Akiras Kette und sein Grab nichts mehr. Alles war verschwunden. Selbst der Geruch von einem seiner Oberteile, welches er damals bei mir vergessen hatte, war bereits verflogen und Akiras Körperwärme konnte ich nie kennenlernen. Das war mir als sein bester Freund nicht gönnt. „Okay, dann werden wir morgen mit dem Training anfangen und wer weiß, vielleicht haben wir ja Glück und einer der beiden Bosse in den Lycia Plains droppt einen Schlüssel.“ erwiderte ich und stand auf, um mir die zweite Decke zu holen. „Ach bevor ich es vergesse. Mir ist es sehr wichtig, dass du mir auch deine eigene Meinung mitteilst. Immerhin sind wir ein Team und es kann immer mal passieren, dass einer von uns eine andere Meinung hat, als sein Kollege. Wenn das mal so ist und du bist mit meinen Vorschlägen nicht einverstanden, dann bitte ich dich, mir das auch mitzuteilen. Ich möchte nicht, dass du dich nur nach mir richtest. Wir sind ein Team und da ist ein Geben und Nehmen von beiden Seiten wichtig. Denn nur wenn wir uns 100% blind vertrauen können, werden wir es auch gemeinsam wieder aus diesem Spiel schaffen. Deswegen sei bitte immer ehrlich zu mir. Ich kann mit Kritik umgehen.“ fügte ich hinzu und legte mich wieder zu Milk, um mich anschließend mit der Decke zuzudecken. „Aber ich denke, wir haben für heute genug geredet. Wir sollten jetzt erst einmal schlafen. Morgen ist immerhin auch ein Tag. Also dann Moonglight, ich wünsche dir eine gute Nacht und hoffe das du wenigstens ein bisschen angenehm schlafen kannst. Ach und vergiss nicht, du bist nicht allein. Auch wenn ich für dich noch ein Fremder bin, ich bin für dich da und an deiner Seite. Ich werde morgen immer noch da sein. Also schöne Träume. sagte ich mit sanfter Stimme und schloss die Augen. „Danke, das alles gilt für dich auch. Ich werde stark bleiben, etwas anderes bleibt mir in dieser Welt gar nicht übrig. Ich kann dir nicht länger zur Last fallen. Also dann, dir auch gute Nacht, Shadow.“ bekam ich von Moonlight als Antwort. Bei diesen Worten, reagierte ich mit einem kurzen freundlichen Lächeln. „Du machst dir zu viele Sorgen. Denn ich finde nicht, dass du mir zur Last gefallen bist. Immerhin hat das Spiel noch nicht begonnen. In meinen Augen, war deine Reaktion in dieser Situation völlig normal.“ erwiderte ich und schlief nach einer Weile ein.







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bei sich zu Hause → alleine | in der Schule / im Unterricht → mit seinen Mitschülern und den Lehrern | zu Hause → alleine | in Holodar / auf dem großen Platz vor dem Rathaus → alleine


So wie jeden Morgen, klingelte der Wecker früh um fünf und riss mich mit seinem lauten schrillen Ton aus dem Schlaf. Total verschlafen setzte ich mich auf, schaltete den Wecker aus und streckte mich anschließend ausgiebig. Dann erhob ich mich vom Bett, ging zu meinem Kleiderschrank und begann meine Sachen, welche ich heute in der Schule tragen würde, aus diesen zu holen und bereit zu legen. Als dies erledigt war, verschwand ich in meinem Bad, um mich frisch zu machen und eine heiße Dusche zu nehmen. Die heiße Dusche tat, wie jeden Tag, einfach nur gut auf der Haut. Das heiße Wasser schaffte es immer wieder den Schlaf in den Knochen und aus dem Körper zu vertreiben. Nachdem ich fertig war, schnappte ich mir ein Handtuch, trocknete meinen nasse Körper ab und zog mir meine Sportsachen an. Anschließend begann ich mit Sit-Ups, Kniebeugen, Liegestützen und Hanteltraining, um meinen Körper zu stählen und fit zu bleiben.
Als ich mit meinem morgendlichen Training fertig war, verschwand ich noch einmal im Bad, um mir den Schweiß abzuwischen. Denn ich hatte keine Lust hatte, in der Schule unangenehm zu riechen. Das würde meinem Image als vorbildlichen und perfekten Schülern zerstören und das konnte ich mir einfach nicht leisten. Natürlich legte ich noch Deo und Parfüm auf, zog meine Sachen an, welche ich in der Schule tragen würde und ging in die Küche, wo ich mir ein nahrhaftes Frühstück zubereitete und zu mir nahm. Nach dem Essen, spülte ich das dreckige Geschirr ab und ging in mein Arbeitszimmer. Dort schmiss ich meinen PC an und prüfte meine Seite. Gestern hatte ich wieder ein neues Video hochgeladen und wollte die Kommentare dazu lesen. Für mich war jeder Kommentar wichtig. Sie halfen mir, Geld zu verdienen und auch neue Follower zu finden. Am Wochenende wollte ich wieder einen Life-Steam machen und die Musikwünsche meiner Abonnenten erfüllen und auf dem Piano und Violine spielen. Die Life-Streams kamen immer sehr gut an. Was vielleicht daran lag, dass ich in diesem Moment, mit meinen Zuschauern redete und wirklich jeden Wunsch erfüllte. So kam es auch manchmal vor, dass ich für extra Geld mit offenem Hemd oder Oberkörperfrei streamte. Doch weiter ging ich nie. Dazu war mir meine Würde dann doch zu wichtig. Das Hemd aufzumachen oder es komplett auszuziehen, störte mich nicht. Für mich war das einfach nur ein Teil meines Jobs. Außerdem war es nichts Schlimmes, da man im Schwimmbad ja auch nur in der Badehose und Oberkörperfrei herumlief. Also warum das nicht ausnutzten und somit noch mehr Geld verdienen?

Als es jedoch Zeit war, zur Schule zu gehen, schaltete ich meinen PC aus und machte mich auf den Weg zur Schule. Dort angekommen, ging ich auch gleich in den Klassenraum. Immerhin hatte ich heute Mathematik als erstes auf den Stundenplan stehen und ich wusste ganz genau wie Herr Ichiro es hasste, wenn man zu spät kam. Er war ein wirklich sehr strenger Lehrer und leicht unausstehlich. Doch fand ich seinen Unterricht nicht so schlimm. Immerhin war es Mathematik und ich mochte es, weil Mathematik ein anspruchsvolles Fach war. Generell standen heute, bis auf die letzten beiden Stunden, nur anspruchsvolle Stunden auf dem Plan. Ich war jemand, den es nicht störte zur Schule zu gehen und Mathematik, Physik, Chemie, Englisch, Deutsch, Geschichte oder andere wichtige Fächer zu haben. Das lag vielleicht auch daran, dass es mir nicht schwer fiel dem Unterricht zu lauschen und dem Stoff zu folgen. Auch musste ich, wegen meiner schnellen Auffassungsgabe nicht all zu viel lernen, weshalb ich immer sehr gute Noten schrieb. Einzig bei den künstlerischen Fächern waren die Noten nicht immer so gut. Das war sicher auch der Grund, weshalb ich diese Fächer nicht mochte. Ich konnte nicht sehr gut zeichnen und singen lag mir auch nicht so. Auch wenn meine Gesangsstimme nicht so schlecht war aber für eine Eins reichte meine Stimme und auch mein Zeichentalent nicht. Nur wenn es wirklich mal nur ums reine Lernen ging, konnte ich in diesen Fächern mit einer Eins glänzen. Die einzige Ausnahme war Sport. Da ich sehr sportlich war, machte mir Sport als einziges nichts aus. Dort schaffte ich auch immer wieder einen sehr guten Notendurchschnitt zu erhalten.

Dann begann auch schon der Unterricht und wie immer zeigte Herr Ichiro seine Stränge und erklärte deutlich was er von uns erwartete. Der Mathematikunterricht verging genauso schnell wie der Biologie-, Physik- und Deutschunterricht. Einig der Sportunterricht zog sich etwas. Das lag wohl daran, dass einige Schüler erst einmal versuchen mussten, die Sportstunde zu boykottieren. Was ich ein wenig verstehen konnte. Ich hatte eigentlich keine große Lust auf Volleyball oder Badmiton. Mir hätte die Strafe, die Herr Sato aussprach, viel mehr gefallen. Ich liebte es Klimmzüge zu machen oder andere Sachen, die auf den Körper gingen. Leider waren die Hempflinge von Mitschülern da anderer Meinung und stimmten dann doch dem Badminton und dem Volleyball zu. Somit ergab ich mich meinem Schicksal und machte kommentarlos mit. Als der Unterricht dann auch endlich vorbei war, stand, nach einer halben Stunde Pause, auch schon meine AG an. Darauf freute ich mich schon sehr. Basketball machte Spaß und ich spielte sehr oft mit meinen Freunden Basketball. Somit machten wir wie immer unsere Aufwärmübungen und andere kleine Trainingseinheiten, wie Pässe zuwerfen und so. Anschließend kam wie immer ein kleines Trainingsmatch. Immerhin mussten wir sehr viel Trainieren, um bei den Schulmeisterschaften mithalten zu können.
Nachdem die AG vorbei war und ich fertig war mit dem Duschen, machte ich mich auf den Weg nach Hause. Dort angekommen, stellte ich meine Schultasche ab, ging an meinen PC und startete SAO, damit das Update heruntergeladen werden konnte. In der Zwischenzeit, schnappte ich mir mein Handy, meine Violine und meine Maske, welche ich immer bei meinen Videos und beim Streamen trage, und verschwand nach draußen aufs Dach des Hauskomplexes. Dort angekommen, setzte ich mir die Maske auf, stellte mein Handy so auf, dass ich voll im Bild war und begann mit der Aufnahme. Anschließend begann ich auf meiner Violine zu spielen. Nachdem ich fertig war, schaltete ich die Aufnahme aus und ging wieder nach unten in meine Wohnung, um mich wieder an den PC zu setzten. Da das Update immer noch nicht komplett durch war, hatte ich noch Zeit, mein Video zu bearbeiten und es hochzuladen. Gerade als ich damit fertig war, war auch das Update fertig. Sofort startete ich SAO und wollte mich mit Therion einloggen. Zumindest war es sonst immer so.
Heute jedoch öffnete sich auf einmal ein Fenster mit einer merkwürdigen Servermeldung. Mit hochgezogenen Augenbrauen begann ich die Nachricht durch zu lesen und fühlte mich wie bei der versteckten Kamera. Seit wann wurde man gefragt, ob man SAO wirklich betreten will? Ohne überhaupt darüber nachzudenken, klickte ich das Schaltfenster ‚Ja‘ an und wartete, dass sich das Spiel öffnete und ich meine Spielfigur Therion sehen konnte. Doch konnte ich heute lange darauf warten. Denn, statt das sich das Spielfenster öffnete, wurde plötzlich mein PC-Bildschirm komplett Weiß. Ohne zu wissen, was los war, konnte ich nur sehen, wie das weiße Licht mein Zimmer und anschließend mich verschlang. Zum Schluss sah ich nichts mehr außer Weiß. Auch wirkte eine merkwürdige Kraft auf mich ein, wodurch ich das Gefühl hatte, das es mich zerreißen würde. Lange konnte ich diesem Druck und dem Gefühl standhalten und verlor das Bewusstsein.


Es dauerte eine ganze Weile ehe ich wieder zu mir kam. Langsam öffnete ich die Augen und realisierte sofort, dass etwas nicht stimmte. Immerhin befand ich mich nicht mehr in meiner Wohnung. Denn das erste was ich sah, war ein hellblauer und klarer Himmel. Zudem konnte ich einige Vögel sehen, die ihre Wege durch den Himmel zogen. In diesem Moment schreckte ich hoch und sah mich leicht schockiert und völlig verwirrt um. „Was? Wo bin ich?“ Es dauerte nicht lange, bis meine Augen auf ein Gebäude fielen, welches ich ganz gut kannte. Ein Gebäude, welches eigentlich nicht existierte und mich noch mehr verwirrte. War das alles ein Traum? Immer noch total verwirrt, begann ich mir mit der flachen Hand durch meine Haare zu streichen. In diesen Moment erkannte ich, dass sich nicht nur meine Umgebung verändert hatte, sondern auch ich hatte mich verändert. Sofort begann ich damit, mich genauer zu betrachten und bemerkte meine langen Haare, welche nun weiß statt schwarz waren. Doch das war nicht alles. Denn auf meinem nackten Oberkörper befanden sich Tattoos und meine Ohren waren lang und spitz. Das Einzige was sich nicht verändert hatte, waren meine Muskeln und meine Stimme. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich realisiert hatte, dass ich mich in den Körper meines Avatars Therion befand.

Während ich gerade dabei war mich umzusehen, spürte ich, wie mein Körper plötzlich gelähmt war und mir schwarz vor Augen wurde. In diesem Moment gingen mir sämtliche Fragen durch den Kopf und ich wusste nicht, was nun wieder mit mir passierte. Als sich wieder ein Bild vor meinen Augen zeigte, stand ich mitten auf dem großen Platz vorm Rathaus. Verwirrt sah ich mich um und bemerkte, wie andere Wesen nach und nach ebenfalls erschienen. Diese schienen ebenfalls verwirrt zu sein und nicht zu wissen was hier vor sich ging. Eine Sache, die mich gerade tierisch nervte. Ich mochte es nicht, nicht zu wissen was passierte und wie ich aus dieser Sache wieder rauskommen konnte. In diesen Moment tauchte ein gefährliches Wesen, welches schwarze Kleidung trug und an einen Sensenmann erinnerte, am Himmel auf und schwebte bedrohlich über uns alle. Stumm lauschte ich seinen Worten und spürte, wie sich die Wut in mir aufstaute. Wie konnten sie es wagen? Wer kommt bitte auf die Idee, mit dem Leben der Menschen zu spielen? Bei jedem einzelnen Wort, was dieser Sensenmann sagte, wurde ich wütender. Zuletzt deswegen, weil ich hier gefangen war und nicht mehr so schnell hier wegkommen würde. Ich hätte heute einfach nicht mit SAO anfangen sollen und mich lieber anderen Dingen beschäftigen sollen. Dann wäre ich jetzt bei mir zu Hause und nicht hier im Spiel gefangen. Auch wenn ich ganz genau wusste, dass ich so oder so, hier in SAO gelandet wäre. Dazu machte mir das Spiel einfach viel zu viel Spaß und ich war einfach auf die neuen Welten gespannt.
Nachdem dieses Arschloch von Sensenmann wieder verschwunden war, tauchte ein kleines Fellknäuel auf begann noch einmal alles zu erklären. Dabei erklärte Succuro, wie das Fellknäul mit Namen hieß, noch einmal einige Einzelheiten und auch das neue Menü und worauf man nun achten musste. Als ich die Worte hörte, entwich mir ein Seufzer und leicht hilflos strich mir mit der flachen Hand über den Nacken. Dabei vernahm ich im Augenwinkel, wie ein schwarzhaariger Junge plötzlich zusammenbrach. Zum Glück landete der Junge aber nicht direkt auf den harten Boden, da er sofort von einem anderen Spieler aufgefangen wurde. Dieser schien sich auch gleich um den Jungen zu kümmern. Ein Glück, denn ich hätte das Ganz sicher nicht getan. Dazu war meine Zeit einfach zu kostbar und ich wollte hier so schnell wie möglich wieder raus. Ich hatte keine Lust hier zu versauern. Auch wenn ich SAO wirklich liebte, doch mein Leben hier zu verlieren, darauf konnte ich gut verzichten. Somit entschloss ich mich, erst einmal einen Schlachtplan zu machen. Jetzt war es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und ganz genau zu Planen wie es weiter ging. Das war auch der Grund, weshalb ich mich auf den Boden setzte, die Karte und das Allmanach rausholte und anfing beides zu studieren. Immerhin hatte sich jetzt Einiges verändert. Nicht nur die Karte ist größer geworden, sondern auch das Kampfsystem hatte sich verändert. Langsam blätterte ich das Allmanach durch und bemerkte, dass in dem Buch meine bereits erlernten Fähigkeiten in diesem beschrieben wurden. Es wurde ganz genau beschrieben, wie ich mit dem Schwert umgehen musste und welche Bewegungen ich für welche Attacke machen musste. Eine Erkenntnis die hier sehr weiter half. Generell erschien es mir, dass es erst einmal besser war, im Startgebiet einige Schwache Monster zu besiegen und an diesen die verschiedenen Fähigkeiten zu testen. Immerhin hatte ich ein viel höheres Level und konnte somit nicht getötet werden. Anschließend war es wohl besser sich mit Heiltränken auszurüsten und eine Gruppe zu suchen. Aber das konnte ich auch noch alles morgen machen. Aber nur, falls es doch kein Traum war.


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